Als die ehemalige deutsche Fernsehikone der 90er Jahre, Nils Bokelberg, in seinem Blog und bei Spreeblick dazu aufrief, seinen Song “Die 90s“ akustisch zu vergewaltigen, konnte ich meinem inneren kreativen Drang nicht widerstehen. Außerdem schien eine schnelle Neueinspielung eine gute Aufgabe, um mein wieder auferstandenes Schlagzeug und einen neuen Gitarrenverstärker unter schöpferischen Hochdruck zu testen.
Meine prollige musikalische Version des Jahrzehnts von Grunge und Love-Parade erinnert nun entfernt an “Smells Like Teen Spirit” von Nirvana. Bei der Geschwindigkeit, der Tonart, der Gesangsplatzierung im Refrain und natürlich der Thematik des Textes der Vorlage von Nilzenburger, war so eine Interpretation natürlich naheliegend. Zu naheliegend wahrscheinlich.
Dies ist auch der Grund, warum dieses Meisterwerk meines schlechten Geschmacks wohl für immer auf Nils’ und meiner privaten Festplatte sein Dasein fristen wird. Courtney Love und Dave Grohl sollen ja notorisch knapp bei Kasse sein. Und auch die GEMA wird zu Recht an den Kontoständen ihrer finanziell potenten Kunden interessiert sein.
Auch wenn in diesem konkreten Fall wahrscheinlich keine rechtlichen Komplikationen zu erwarten sind, schließlich ist der Song ja eindeutig von Nils geschrieben worden, es wurden keine Original-Samples verwendet und es würde ja auch niemals ein Gewinn damit erwirtschaftet werden, wird dieses Werk für alle Ewigkeiten in der privaten Anonymität einer weniger Computer verschwinden.
Für die nächsten Sessions muss ich jedoch noch die Mikrophonplatzierungen der Schlagzeugabnahme optimieren. Der Sound ist da noch etwas schwammig in den oberen Mitten. Die virtuelle Aufnahme der 90ties mit einem aktiven Protagonisten dieser Epoche hat mir aber trotzdem viel Sinn bereitet.