Sweetie Pie and the Gutter Men – London-Folk-Pop

Sweetie Pie and the Gutter Men aus London spielen melancholischen Folk-Pop. Benannt hat sich die junge Musikgruppe nach einer polarisierenden Kurzgeschichte von Sylvia Plath. Dies lässt bereits erkennen, dass auch Frauen in diesem Projekt mitwirken.

Die Damen Emily White und Louise werten den Bandsound dezent mit diversen Klangerzeugern wie Violine, Akkordeon, Glockenspiel, Flöte, Perkussion und Gesang nachhaltig auf. Im Zentrum steht jedoch die Stimme von Sänger, Akustik-Gitarrist und Songschreiber Spencer Betts.

Getragen wird der markant-britische Gesang von einer treibenden Western-Gitarre der Marke Martin. Den musikalischen Charakter erhält der Bandklang durch das melodische Spiel von Lead-Gitarrist Stefan Peters. Das Schlagzeug von Gareth White und der Bass von Andrew Clarke sorgen für ein rhythmisches Fundament, welches sich der Zuhörer bei dieser Art von Musik gerne erhofft.

Während sich das Songwriting von Sweetie Pie and the Gutter Men eher aus der nordamerikanischen Folk-Tradition à la Woody Guthrie und Bob Dylan speist, hört man im instrumentalen Bereich von The Smiths geprägte britische Indie-Pop-Klänge heraus.

Der Gesang erinnert zeitweise an die Stärken von Brit-Pop-Gruppen wie den Stone Roses oder Oasis. Bei der Instrumentierung wird auch auf die Herangehensweise der Anti-Folk-Bewegung mit einer Belle-&-Sebastian-Attitüde verwiesen.

Die Mehrheit der Bandmitglieder stammt aus ländlichen englischen Gefilden. Stefan Peters verschlug es über Hamburg, Berlin und New York nach London. Drummer Gareth White hatte mit seiner Heimat Neuseeland den weitesten Weg in die britischen Metropole. In ihrem wenige Monate andauernden Bestehens kann die Band bereits ein großes Konzertkontingent in und um die Pop-Hauptstadt vorzeigen.

Vor einigen Monaten haben Sweetie Pie and the Gutter Men eine zum Analog-Studio umfunktionierte Lagerhalle mit Led-Zeppelin-Segnung geentert. Der Autor dieser Zeilen hatte dann Anfang 2011 die Ehre, diese ersten professionellen Aufnahmen digital zu mischen und zu mastern. Die Ergebnisse können hier überprüft werden.

Sweetie Pie And The Gutter Men Live-Video

Sweetie Pie and the Gutter Men – Temper Your Hopes With Caution, Dear (Live):

Die besten Songs des Jahres 2010 zum Download

2010 neigt sich dem Ende zu. Die übliche Zeit das eigene Werkarchiv wieder auf den neusten Stand zu bringen. Und wie jedes Jahr fällt auch diesen Mal ein neues Solo-Album von mir dabei ab. Diese Mischung aus Folk, Country und Indie gibt es obligatorischer Weise erneut zum Gratis-Download.

406 Aufnahmen mit meiner Musik habe ich bis jetzt 2010 schon erstellt. Damit liege ich in etwa in meinem üblichen Jahres-Durchschnitt. Demos von neuen Liedern, Master-Takes von älteren Songs, alternative Mixe, Live-Mitschnitte von der Bühne oder aus dem Proberaum und der Wohnung. Überwiegend eigene Songs, aber auch wieder erstaunlich viele Cover-Versionen von bekannten und unbekannten Liedern sind mit dabei.

Das meiste davon wird “Schrott” sein und hoffentlich nie einer hören müssen. Doch während die neueste, bereits fertig gestellte Platte meiner jüngsten Haupt-Band The Last Pawnbrokers, “Lower Bohéme” erst nächstes Jahr erscheinen soll, gibt es die besten Solo-Demos von meinen neueren Songs bereits hier und jetzt kostenlos zum herunterladen.

Geschrieben, gespielt, aufgenommen, gemischt und gemastered unter den abenteuerlichsten Bedingungen von mir alleine in meinem Bunker. Den Nachbarn sei Dank. Nur lauteres Schlagzeug durfte ich im Proberaum einspielen.

Neben meiner Stimme sind Instrumente wie E-, Western-, Konzert- und Lap-Steel-Gitarre, Dobro, Kontrabass, E-Bass, Klavier, Mandoline, Banjo, Mundharmonika, Harmonium, Keyboard, Orgel, Melodica und diverse Perkussion zu hören. Viel Spaß mit “The Year In Music”:

Jens Kupillas - The Year In Music

Jens Kupillas – The Year In Music (2010)

01. Sunday Social
02. Hate To Grow Old
03. No Hard Feelings
04. Mexican Standoff
05. Another One From The Loser Gang
06. Word Travels Fast
07. In The Movies
08. Traitor’s Blues
09. Winter Ends
10. Red Flag Danger
11. Happy Ending Culture
12. Too Hot To Handle
13. Blank Stare (Hidden Track)

Download komplett in einem Zip-File

Die unterhaltsame Vinyl-Community auf YouTube

Vinyl ist im Kommen. Seit etwa 1948. Kaum ein anderes Medium zieht so viele Sammler, Freaks und Nerds an, wie die meist schwarzen Schallpappen. Auf YouTube hat sich dieses Jahr eine kleine, aber interessante Community dieser selbsternannten Musikexperten gebildet.

Für Interessierte ist dieses Programm sicherlich unterhaltsamer als die abendliche Fernsehberieselung. Mittlerweile haben sich Fragenkataloge etabliert, die sich die Sammler gegenseitig vorlegen. Wer willig ist und meint, etwas zu sagen zu haben, antwortet dann auf diese so genannten Threads.

Dann machen Fragen wie “What are the five Records you would like to have signed by the Original Artist?” oder “How good are you in evaluating the condition of a Record without playing it?” die Runde. Diese werden anschließend ausgiebig von der Community diskutiert.

Da ist zum Beispiel Dan aus Kanada. Dan arbeitet im Kopierladen der dortigen Universität und ist einer der größten Neil-Young-Fans des Bewegtbild-Internets. Seine Sammlung krönte er vor zwei Wochen mit der ultrararen Neil-Young-EP El Dorado für 170 Dollar, dem heiligen Gral der meisten Plattensammler. Immer Sonntags arbeitet der Hobby-Musiker zusätzlich im lokalen Plattenladen, was ihm den Vorteil einbringt, alle Platten dort für bis zu 40 Prozent günstiger erwerben zu können.

Nach Jahren des “diggins” auf düsteren Garage-Sales und in schmuddeligen Plattenläden hat Dan etwas die Lust am gebrauchten Vinyl verloren und schwört mittlerweile auch auf Neuerscheinungen und Reissues von Klassikern. Gekonnt umschifft er fast jedes musikalischen Fettnäpfchen und verfügt für sein geschätztes Alter schon über ein erstaunliches Musik-Wissen.

Seinen selbstverpassten Spontan-Titel “Decent Judge of Music” trägt er deswegen völlig zu Recht. Dan ist einer der professionelleren Vinyl-YouTuber und damit so etwas wie der Motoren dieser Community. Seit kurzem investiert er auch verstärkt in Jazz. Er schreibt außerdem einen Blog über die Verpackungen von Neuerscheinungen.

Mr. Hall of Fame stellt sich mit den Worten: “I’m a black man…NO LET ME CORRECT THat….I am an AMERICAN who loves metal, country, Rock, Jazz, R and B, classical, Grunge, Indie, world, and anything else that rings “nice” in my ears!” vor. In seinem kleinen Musikzimmer ist es fast immer dunkel. Dafür hat er unüblicher Weise eine Freundin. Er spielt auch Gitarre – will sein Instrument aber verkaufen, um mehr Geld für Platten zur Verfügung zu haben.

Mr. Hall of Fame archiviert seine Musikschätze auf Vinyl, CD und Kassette; nach Genres sortiert. Einer der größten Skandale ist für ihn, dass Kiss noch nicht in die Music Hall Of Fame aufgenommen worden sind. Da Mr. Hall of Fame zu fast allem etwas zu sagen hat, kann man sich meist täglich über neue Videos von ihm freuen.

Der Teenager Joseph O’Donnell hat altersbedingt die Beatles noch nicht völlig verkraftet. Damit ist das Themenfeld seiner Videos gesetzt.

Der Schotte versucht jetzt noch Bass zu lernen und erfreut die Gemeinschaft mit vielen Fragen – auch zu Themen abseits des Plattensammler-Universums. Sein starker Akzent soll schon zu Irritationen innerhalb der nordamerikanisch geprägten Community geführt haben.

Mr. Fartboy79 ist neu dabei und versucht Dan aus Kanada den Titel des größten Neil-Young-Fans des Web 2.0 streitig zu machen. Letzten Monat hat er Dan mit einem seltenen Exemplar von Neil Youngs El Dorado hart gedemütigt, was bei diesem einen reflexartigen und sehr teurem Konsumakt zur Folge hatte.

Auch er hat eine Frau, welche er selbstverständlich zu dem Neil-Young-Song Silver and Gold geehelicht hat. Mr. Fartboy79 ist in den 1990er-Jahren sozialisiert worden und konnte deswegen Neil Young schon weit über 20 Mal live sich anschauen.

Glowing00cabbage hat die Kontrolle über seinen Apple-Computer verloren. Deswegen ist in seinen Videos immer alles spiegelverkehrt. Er ist aber so nett, dass er Dan aus Kanada schon seltene Pearl-Jam-Club-Singles umsonst zugeschickt hat. Denn Glowing00cabbage hört eigentlich in letzter Zeit verstärkt Jazz.

Auch wenn sein Archiv nicht zu erkennen ist, gibt er sich fast wöchentlich dem günstigeren Instant-Konsum hin. Seine Musikleidenschaft und -Kenntnis ist trotzdem über jeden Zweifel erhaben.

Aldi aka Roofus aus dem französischsprachen Teil Kanadas ist einer der coolsten Typen auf YouTube – und ein wahrer Nerd. Er kann “Grooves” lesen und liebt nur die großen Löcher in den 45-Vinyls. Außerdem macht er gerade eine Ausbildung zum Buchhalter.

Seine Sammlung mit über 20.000 Einheiten besteht nach eigenem bekunden zu großen Teilen aus “Schrott”. Herkunftsbedingt befinden sich auch viele obskure französischsprachige Aufnahmen in seinem Archiv. Sehr unterhaltsam.

Nathan R. Morales ist aus Texas. Vor kurzem hat er Townes van Zandt entdeckt, was sein Leben natürlich verändert hat. Die Vermutung liegt nahe, dass er über einen eigenen Plattenladen verfügt. Von allen YouTube-Diggaz konnte er die traurigste Record-Geschichte erzählen. Fast täglich füllt sich sein Archiv mit neuen Schätzen.

Spellerine ist Beatles-Sammler. Und Elvis-Sammler. Und er findet auch noch eine ganze Menge ziemlich gut. Trotzdem ist er Anhänger der Ideologie des Core-Archivs. Mittlerweile kann man Spellerine auch selbst in seinen Videos sehen. Und er sieht viel jünger aus, als es die Stimme bisher vermuten lies.

Rhiview kommt aus Australien und ist eine Frau. Sie sammelt aber trotzdem Vinyl. Und sie spielt auch noch Videospiele. Ihre erste Platte war der “War of the Worlds” Soundtrack. Danach kamen gleich die 1990er-Jahre.

Mit Deine Dose im NBI in der Kulturbrauerei in Berlin

nbi1

Nach aufregenden Eskapaden im musikalischen Banküberfallen war es an der Zeit mal wieder als Solo-Aktivist mit den Sporen zu treten. Ganz allein ist man jedoch auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Deswegen war es eine solide Idee sich von den Indie-Rock-Verfechtern von Deine Dose begleiten zu lassen.

Analog zu klassischen Konzertdarbietungen einer relevanten Musikepoche vor ungefähr 40 Jahren bestritt ich am 23. April 2009 mein Stück vom Zirkuskuchen mit einem akustischen, englischsprachiges Solo-Set, sowie einem Band-Dose-Set im deutsprachigen Gewand.

Dabei gilt zu beachten, dass erstmals ein Band-Set von mir ausschließlich mit (von mir so gefürchteten) deutschen Liedern bestritten wurde. Auf ein stilprägendes Jackett habe ich dann aber zum Glück doch noch verzichtet. Anschließend konnten Interessierte noch die Hausherren von Deine Dose mit einem einstündigen Set abnicken.

Harte Jahre mit Erfahrungen im journalistischen Abliefern haben auch bei diesem Event wieder eine nahezu vollständige mediale Auswertung in Bild, Ton und Video bewirkt. Vorhang auf für das Affenhaus im Elfenbeinturm.

Setlist:
1. Without Feathers You Can’t Fly
2. Let’s Play Hardball
3. Hell’s Angelic
4. Fast Money

5. Clubheim der Nation
6. Das Affenhaus ist ein Elfenbeinturm
7. Zu gut für diese Welt
8. Auf verlorenem Posten

Jens Kupillas & Deine Dose
“Das Affenhaus ist ein Elfenbeinturm”

Stonercountry von J. Stone & The Bankrobbers

Mit einer neuen Gitarre im Gepäck war es nun an der Zeit mit meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers endlich mal unsere Songs einzuspielen.

Obwohl ein Guerilla-Gig in einer Wohnung am Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain am Abend zuvor noch an unserer Leistungsfähigkeit zehrte, haben wir am letzten Sonntagabend sechs Lieder Live aufgenommen.

In der Behausung vom Bandleader J. Stone und Drummer/Background-Sänger Monsieur le champignon kamen eine Menge neuer Files auf meinen Laptop. Nach zehn Stunden Dauermischen und Mastern von mir am folgenden Tag gibt es nun endlich hier was zu hören. Vorhang auf für Stonercountry aus Berlin!

01. Rock Paper Scissors
02. When Jesus Came To My Door
03. Scarecrow
04. I Don’t Really Care
05. The Day I Slaughtered My Cat
06. The Ballad Of Women

Mit der Baby-Taylor-Gitarre ganz groß raus kommen

Aus purer Verzweiflung habe ich mir letzte Woche eine neue Western-Gitarre gekauft. Genervt vom ewigen Schleppen und eingeengt beim DVD-Konsum vor dem Fernseher: Die Wahl viel diesmal auf eine kleine und handliche ¾-Kindergitarre. Und zwar auf eine Baby Taylor.

Als ich im Sommer mit großem Erschrecken feststellte, keine Gitarre in der kleineren ¾-Größe zu besitzen, war ich in Panik kurz davor sofort eine billige Kaufhausgitarre von der Stange zu erwerben. Die Ermahnungen von Freunden führten dann jedoch zu einer eher nüchternen Einschätzung der delikaten Situation.

Nach dem Sondieren der Lage stand dann vom Preis/Leistungs-Verhältnis fast nur noch eine Baby Taylor in der Dreadnought-Form zur Auswahl. Als ich ein auf Reisen durch Thailand gespieltes Exemplar bei dem Bassisten meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers Probespielen durfte, war es um mich geschehen. Ich habe mir sofort eine Ausgabe im Internet bestellt.

Eine Akustik-Gitarre von der kalifornischen Marke Taylor stand zwar schon öfters zur Debatte, jedoch wollte ich an die 1974 gegründete Firma nie so richtig glauben. In diesem Bereich kommen für mich eigentlich nur Instrumente des Herstellers Martin aus Nazareth, Pennsylvania in Frage. Mit Abstufungen sind vielleicht auch noch für den Bühneneinsatz die soliden japanischen Gitarren von Takamine zu empfehlen. Auch die deutsche Marke Höfner soll in dem Bereich nicht schlecht sein.

Die seidenmatte Baby Taylor gibt es in vier verschiedenen Holz-Variationen: In Mahagoni, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminierter Sapele, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminiertem Ahorn und in einer etwas größeren 7/8-Version (auch in einer Linkshändlerversion). Die Wahl viel dann bei mir auf die Mahagoni-Ausgabe des Instrumentes, da diese Holzart in dem Ruf steht von der Klangcharakteristik etwas basslastiger zu sein. Bei einer winzigen Gitarre wohl die ersten Frequenzen, die wahrscheinlich verschwinden dürften, welche aber für meine Musik relativ wichtig sind.

Innerhalb von zwei Tagen war das in Mexiko gebaute Instrument bei mir im Briefkasten. Inklusive schöner und stabiler Tasche. Sofort wurden vierzehn Lieder aufgenommen um die Gitarre gründlich zu testen. Und das Ergebnis hat selbst mich etwas überrascht.

Die Klampfe ist super leicht (ca. 1,5 kg), klein (ca. 86 cm) und der Hals kann sogar noch abgeschraubt werden, womit das Gerät in jeden handelsüblichen Trenchcoat passen dürfen. Spielen lässt sich die Kleine auch total flüssig, leicht und einfach. Auch die kleinere Mensur (mit 57,8 cm ca. 7 cm kürzer als die einer “normalen” Gitarre) bereitet beim normalen Akkordspielen, sogar mit Kapodaster, keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Die Reisegitarre ist robust verarbeitet und besonders die Stimmmechaniken lassen sich gut bedienen. Die Decke ist aus massiven amerikanischem Mahagoni und die Boden und Zargen aus laminierter Sapele gefertigt. Das wichtigste jedoch: Der Klang unterscheidet sich kaum von denen von großen Gitarren. Natürlich ist der Bassbereich aufgrund der Körpergröße etwas eingeschränkter, alle Saiten klingen trotzdem sehr ausgewogen und voluminös.

Ein Höreindruck vermittelt das erste auf dem neuen Instrument gespielte und aufgenommene Lied: Autumn Song. Mit diesem neuem Baby im Schrank wird in Zukunft hoffentlich das für Musiker übliche Equipment schleppen etwas reduziert. Gerade noch rechtzeitig zugeschlagen.

Der Taylor-Gründer Bob Taylor erklärt seine Baby Taylor: