Mikro Green Bullet verleiht Songs Vintage-Sound


Nur für das Protokoll: Auch 2011 hatte für mich wieder einigen musikalischen Output zur Folge. Neben noch nicht komplett aufgenommenen Alben meiner beiden Bands The Last Pawnbrokers und Deine Dose, sowie einem unfertigen Solo-Album, fiel noch eine Sammlung mit 13 Cover-Songs dabei ab.

“The Broken Hearts Of Other People” beinhaltet in zyklischer Reihenfolge die Beziehungsdramen von einigen meiner liebsten Songwriter wie Townes van Zandt, Kris Kristofferson, Merle Haggard, Bob Dylan, Hank Williams oder Bruce Springsteen.

Aufgenommen wurde das akustische Machwerk alleine von mir in meiner Wohnung mit Geräten wie Gitarre, Kontrabass, Mandoline, Banjo, Steel-Gitarre, Dobro, Harmonium, Mundharmonika, Melodica, Klavier, Glockenspiel, Snare-Drum, Maracass, Tambourine und vielen mehr.

Grundlage bildete in der Regel die Live-Performance im Wohnzimmer mit Gesang und Akustik-Gitarre. Der Rest wurde nachträglich auf den Mastertake gespielt. Bei allen Liedern wurde der Hauptgesang über mein neues Shure 520DX aufgenommen. Besser bekannt ist das robuste Mirko unter dem Namen “Green Bullet” oder “Fahrradlampe”.

Eigentlich wurde das 520DX zur Abnahme und Verstärkung von Mundharmonika entwickelt. Beim Gesang liefert es jedoch einen verzerrten, in der Regel als “Vintage-Sound” wahrgenommenen Klang. Ein Klassiker, beliebt bei Musikern wie Jack White, Scott H. Biram oder H.P. Baxxtor.

Es gibt schon mehr als genug aufgenommen Musik auf der Welt. Um keine Schwierigkeiten mit der Musikpolizei, der GEMA oder sonstigen Spielverderbern zu bekommen, bleibt dieses Werk wohl meine persönlichste Postkarte von dem Jahr 2011.

Die Trackliste:
01 the lady came from baltimore :: tim hardin
02 be here to love me :: townes van zandt
03 mona lisa lost her smile :: david allan coe (johnny cunningham)
04 cigarettes, whisky and wild, wild women :: sons of the pioneers (tim spencer)
05 me and bobby mcgee :: kris kristofferson
06 cold irons bound :: bob dylan
07 dying of another broken heart :: lindi ortega
08 time :: tom waits
09 tougher than the rest :: bruce springsteen
10 alone and forsaken :: hank williams
11 he stopped loving her today :: george jones (bobby braddock/curly putman)
12 diane :: hüsker dü (grant hart)
13 i don’t have any love around :: merle haggard

Die besten Songs des Jahres 2010 zum Download

2010 neigt sich dem Ende zu. Die übliche Zeit das eigene Werkarchiv wieder auf den neusten Stand zu bringen. Und wie jedes Jahr fällt auch diesen Mal ein neues Solo-Album von mir dabei ab. Diese Mischung aus Folk, Country und Indie gibt es obligatorischer Weise erneut zum Gratis-Download.

406 Aufnahmen mit meiner Musik habe ich bis jetzt 2010 schon erstellt. Damit liege ich in etwa in meinem üblichen Jahres-Durchschnitt. Demos von neuen Liedern, Master-Takes von älteren Songs, alternative Mixe, Live-Mitschnitte von der Bühne oder aus dem Proberaum und der Wohnung. Überwiegend eigene Songs, aber auch wieder erstaunlich viele Cover-Versionen von bekannten und unbekannten Liedern sind mit dabei.

Das meiste davon wird “Schrott” sein und hoffentlich nie einer hören müssen. Doch während die neueste, bereits fertig gestellte Platte meiner jüngsten Haupt-Band The Last Pawnbrokers, “Lower Bohéme” erst nächstes Jahr erscheinen soll, gibt es die besten Solo-Demos von meinen neueren Songs bereits hier und jetzt kostenlos zum herunterladen.

Geschrieben, gespielt, aufgenommen, gemischt und gemastered unter den abenteuerlichsten Bedingungen von mir alleine in meinem Bunker. Den Nachbarn sei Dank. Nur lauteres Schlagzeug durfte ich im Proberaum einspielen.

Neben meiner Stimme sind Instrumente wie E-, Western-, Konzert- und Lap-Steel-Gitarre, Dobro, Kontrabass, E-Bass, Klavier, Mandoline, Banjo, Mundharmonika, Harmonium, Keyboard, Orgel, Melodica und diverse Perkussion zu hören. Viel Spaß mit “The Year In Music”:

Jens Kupillas - The Year In Music

Jens Kupillas – The Year In Music (2010)

01. Sunday Social
02. Hate To Grow Old
03. No Hard Feelings
04. Mexican Standoff
05. Another One From The Loser Gang
06. Word Travels Fast
07. In The Movies
08. Traitor’s Blues
09. Winter Ends
10. Red Flag Danger
11. Happy Ending Culture
12. Too Hot To Handle
13. Blank Stare (Hidden Track)

Download komplett in einem Zip-File

Stonercountry von J. Stone & The Bankrobbers

Mit einer neuen Gitarre im Gepäck war es nun an der Zeit mit meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers endlich mal unsere Songs einzuspielen.

Obwohl ein Guerilla-Gig in einer Wohnung am Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain am Abend zuvor noch an unserer Leistungsfähigkeit zehrte, haben wir am letzten Sonntagabend sechs Lieder Live aufgenommen.

In der Behausung vom Bandleader J. Stone und Drummer/Background-Sänger Monsieur le champignon kamen eine Menge neuer Files auf meinen Laptop. Nach zehn Stunden Dauermischen und Mastern von mir am folgenden Tag gibt es nun endlich hier was zu hören. Vorhang auf für Stonercountry aus Berlin!

01. Rock Paper Scissors
02. When Jesus Came To My Door
03. Scarecrow
04. I Don’t Really Care
05. The Day I Slaughtered My Cat
06. The Ballad Of Women

Wenn Bill Monroe das noch erleben könnte

Am kommenden Freitag (3. Oktober 2008) habe ich aller Voraussicht nach die Ehre mein erstes Konzert als “Chef-Mandolist” spielen zu dürfen. Dann werde ich nämlich zusammen mit anderen Musikern den jungen, talentierten Berliner Songschreiber J. Stone bei Singer-Songwriter-Contest im art.gerecht in Kreuzberg begleiten.

Zudem wird man noch meine Künste an der Mundharmonika und am Hintergrundgesang bewundern können. Wir werden so geschätzte sechs, von Country, Blues und Bluegrass beeinflusste, Stoner-Country-Songs spielen. Die Geschichte soll ab 20 Uhr starten.

Update: Das Konzert war gut besucht, hat viel Spaß gemacht und war rundum ein voller Erfolg. Meine extra für diesen Anlass erworbenen Fender-Mandoline hat mir gute Dienste erwiesen. Auf unser MySpace-Seite gibt es hier Fotos von dem Konzert zu sehen. Nächsten Freitag (10. Oktober 2008) spielen wir noch einmal in der letzten Runde im art.gerecht.

Eine musikalische Reise nach Hannover-Linden

Seit Weihnachten 2007 fahre ich ungefähr einmal im Monat in die alte Heimat nach Hannover-Linden, um dort mit alten Weggefährten informelle Wohnzimmer-Musik-Sessions abzuhalten. In diesem Zeitraum haben wir bis jetzt 106 Lieder mit meinem Laptop Live und ohne groß zu zögern aufgenommen.

An diesen in der Regel akustischen Ereignissen waren bisher folgende Musiker beteiligt: Cyman Lee (The Trashlords, Zoonamii), Sarge (The Trashlords, Zoonamii, Disco Darlings), Olli (Greener), Ben Blome, Niklas Pfeil (van Heugen, Ella, Reebosound), W. Hank Daniels, Frank Meusel (H.O.R.E.) und meine Wenigkeit. Dabei kamen Instrumente wie Gitarre, Bass, Schlagzeug, Mandoline, Akkordeon, Glockenspiel, Mundharmonika und diverse Perkussiongeräte zum Einsatz.

Die größtenteils als “First Take” aufgenommenen Songs waren meistens Eigenkompositionen von Cyman Lee oder von mir. Allerdings spielten wir auch einige Coverversionen von so illusteren Songwriting-Genies wie Bob Dylan, Merle Haggard, Guy Clack, David Allen Coe, Kris Kristofferson, Mono für alle!, Hank Williams, Tom Petty, Bruce Springsteen, John Prime, Kinky Friedman, Hank III, John Fogerty oder Willie Nelson.

Letztes Wochenende war es dann wieder soweit: Mit einer über die Mitfahrgelegenheit gebuchten unorthodoxen Reisemöglichkeit begab ich mich etwa 300 Kilometer weiter westwärts. Aufgrund urlaubsbedingter Fehlzeiten fanden die Aufnahmen diesmal nur in einem eher kleineren Rahmen, bestehend aus Frank, Sarge, W. Hank Daniels und mir, statt. Folgende neun Songs haben wir aufgenommen. Einige könnt Ihr Euch auch hier anhören und runterladen.

Update: Jetzt gibt es auch einen Song mit W. Hank Daniels an den Lead-Vocals hier zu hören. Und zwar: Country Heroes.

Jens Kupillas & The Trashlords
(feat. W. Hank Daniels & Frank Meusel)
The Street Fighting Men Session

01 Old Friends
02 My Humble Heart
03 Country Heroes
04 In Every Life A Little Rain Must Fall
05 The Ballad Of Ira Hayes
06 Long Haired Redneck
07 With The Old Breed
08 Without Feathers You Can’t Fly
09 Sold American

Die saubere Seite des Bluegrass-Chefs Bill Monroe

Nicht weniger Musiker können von sich behaupten eine gesamte Musikrichtung selbst kreiert zu haben. Wenn man Bill Monroe schon nicht zugute halten will das er den Bluegrass wirklich alleine erfunden hat, so muss man ihm wenigstens zugestehen das er diese Musiksparte maßgeblich wie kein Anderer geprägt hat.

Als jüngstes von acht Kinder eines Farmerpaares wurde Monroe im westlichen Kentucky schon früh mit einfachen Verhältnissen und dem Tod konfrontiert. Seine Eltern und der Stiefelternersatz “Uncle Pen” waren gestorben bevor Bill 20 Jahre alt war. Zusammen mit seinem Bruder Charlie begann der Mandolinenspieler als The Monroe Brothers ab Mitte der 1930er Jahre eine erfolgreiche Schallplattenkarriere, welche jedoch 1938 im erbitterten Bruderkrieg kurzzeitig endete.

Schon von Beginn an war es für den niemals unrasiert anzutreffenden Monroe ein wichtiges Anliegen, dass er und seine Band zu jeder Zeit anständig und ordentlich gekleidet waren. Seine sich ab 1939 nennende Band Bill Monroe And His Blue Grass Boys (Bluegrass leitet sich vom “Bluegrass State Kentucky” und die aufgrund des nährstoffreichen Bodens blaugrünen Blätter der dort verbreiteten Grasart Poa pratensis ab) kleideten sich oft in Reitklamotten und trugen dazu fast immer einen stattlichen Hut.

Mit einer beschleunigten String-Band Version von dem Jimmy Rodgers Song “Mule Skinner Blues” gelang Bill Monroe And His Blue Grass Boys im Jahre 1940 ein erster Riesenerfolg. Bei der Audition für die Grand Ole Opry liefert der Song der Band einen “Job for Life” in dem schon damals legendären Etablissement.

Mit Flatt & Scruggs, Chubby Wise an der Fiddle und Howard Watts (a. k. a. “Cedric Rainwater”) am Bass war schon Mitte der 1940er das klassische Lineup der Blue Grass Boys perfekt. Es folgten viele Jahrzehnte des erfolgreichen Musikzierens, u. a. zusammen mit so bekannten Größen wie Jimmy Martin, Sonny Osborne, Carter Stanley oder Kenny Baker.

Trotz eines der größten Blue Grass Dogmen, dem Musizieren mit akustischen Instrumenten ohne eigentliche Rhythmuseinheiten wie Schlagzeug, Perkussion oder gar Blechbläsern, hat diese Musik und gerade die von Bill Monroe im Besonderen eine ungewöhnliche Energie, Drive und Rhythmus. Der Großteil der aktuellen Bands mit “Groove”, “Tightness” und “Funk” auf der Fahne reichen daran heute nicht mal ansatzweise heran. Das rührt nicht zuletzt daher, weil mit Musikern wie unter anderem Scruggs und nicht zuletzt Monroe selber, absolute Virtuosen an den Instrumenten zu Gange waren.

Bill Monroe trat bis in die 1990er Jahre mit seiner Band Live und im Tonstudio in Erscheinung. Bei den Blue Grass Boys spielten über die Jahrzehnte verteilt über 150 Musiker mit. Selbstverständlich immer 100 Prozent korrekt gekleidet.