Energy from Waste – Auf Tour mit Deine Dose

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Die letzte Woche stand ganz im Zeichen der alternativen Deutschrock-Blechbüchsen von Deine Dose. Ich hatte die Ehre auf einer kleinen Tour als Erfüllungsgehilfe für die Berliner Indie-Rock-Verfechter zu funktionieren. Und zwar überwiegend am Besten aller möglichen Instrumente: dem Bass.

Selbstverständlich habe ich auch versucht die deutschsprachigen Songs mit meinem Hintergrundgegröle nachhaltig aufzuwerten. Als Gegenleistung wurde mir zugesichert, dass ich im groben Verhältnis von drei zu acht auch einige meiner alten deutschen Songs darbieten durfte. Allerdings musste ich dann dafür auch Gitarre spielen.

Der musikalische Zirkus feierte seinen Auftakt am 19. Oktober 2009 im Kulturpalast in meiner Heimatstadt Hannover. Aufgepeitscht mit “Energy from Waste” teilten wir uns dort die Bretter des Ladens unseres Vertrauens mit Marc Rous und seiner virtuosen Band. Nach einem solide abgelieferten Konzert ging es am folgenden Tag in die Stadt des Karnevals und der größenwahnsinnigen Medienvertreter.

Fast wurde uns die Einfahrt in die Kölner Innenstadt durch einen umgekippten Tanklastzug verbarrikadiert. Als letzte von drei Bands bestiegen wir am Abend des 20. Oktobers 2009 ohne den obligatorischen Soundcheck die Bühne des MTCs. Vor uns hatten bereits die sympathischen, zu einem Viertel aus Exil-Berlinern bestehenden Cozy Noise ihren Indie-Rock furios aufgeführt. Auch die Gruppe Cosmic Spacers hatte schon ihrem Namen alle Ehre gemacht. Unserer Gig wurde dann für uns zum besten “Happening” der Tour.

Am Mittwoch, dem 21. Oktober 2009 verließen wir mit einer frisch eingekauften Dosis Slayer das Rheinland entlang beeindruckender Atomkraftwerke gen Hamburger Hafen. In Eimsbüttel war der aufgeräumte Music Club Live für einen Abend unser neues Zuhause. Die Muckerpolizei lies dort bei uns zum Glück noch einmal Gnade vor Recht ergehen. Nach einem kurzen Aufenthalt im Plattenarchiv eines lokalen DJs sowie einem posaunenartigen Frühstück ging es zurück in die Hauptstadt.

In Berlin residierten wir am 23. Oktober 2009 im mittigsten aller Mitte-Etablissements: In der Nähe des weltbekannten Straßenstrichs der Oranienburger Straße im Zosch in der Tucholskystrasse. Die extra aus Köln angereisten Cosmic Spacers teilten erneut mit uns die Bühne.

Außerdem waren noch die Hannoveraner Savant angereist. Erfreulicher Weise war der Laden wieder befriedigend gefüllt. Alles lief nach Plan und am Ende des bärtigen Konzerts blieb nur noch ein akustisches Fragezeichen über der Zukunft der Band Deine Dose zurück.

Wie mittlerweile digital üblich wurde jede kleinste öffentliche Regung von mir wieder “journalistisch” begleitet. Jedes Konzert wurde vollständig mit einem Zoom-Aufnahmegerät als Audiodateien archiviert. Außerdem sind noch vereinzelt Video- und Fotoaufnahmen entstanden. Mehr davon in meinem YouTube-Channel und bei MySpace.

Das Affenhaus ist ein Elfenbeinturm (MTC, Köln):

Superstar (MTC, Köln)

Auf verlorenem Posten (Kulturpalast, Hannover):

Mit Deine Dose im NBI in der Kulturbrauerei in Berlin

nbi1

Nach aufregenden Eskapaden im musikalischen Banküberfallen war es an der Zeit mal wieder als Solo-Aktivist mit den Sporen zu treten. Ganz allein ist man jedoch auf Dauer zum Scheitern verurteilt. Deswegen war es eine solide Idee sich von den Indie-Rock-Verfechtern von Deine Dose begleiten zu lassen.

Analog zu klassischen Konzertdarbietungen einer relevanten Musikepoche vor ungefähr 40 Jahren bestritt ich am 23. April 2009 mein Stück vom Zirkuskuchen mit einem akustischen, englischsprachiges Solo-Set, sowie einem Band-Dose-Set im deutsprachigen Gewand.

Dabei gilt zu beachten, dass erstmals ein Band-Set von mir ausschließlich mit (von mir so gefürchteten) deutschen Liedern bestritten wurde. Auf ein stilprägendes Jackett habe ich dann aber zum Glück doch noch verzichtet. Anschließend konnten Interessierte noch die Hausherren von Deine Dose mit einem einstündigen Set abnicken.

Harte Jahre mit Erfahrungen im journalistischen Abliefern haben auch bei diesem Event wieder eine nahezu vollständige mediale Auswertung in Bild, Ton und Video bewirkt. Vorhang auf für das Affenhaus im Elfenbeinturm.

Setlist:
1. Without Feathers You Can’t Fly
2. Let’s Play Hardball
3. Hell’s Angelic
4. Fast Money

5. Clubheim der Nation
6. Das Affenhaus ist ein Elfenbeinturm
7. Zu gut für diese Welt
8. Auf verlorenem Posten

Jens Kupillas & Deine Dose
“Das Affenhaus ist ein Elfenbeinturm”

Zusammen mit den Trashlords im Kulturpalast

kulturpalast

Am letzten Mittwoch (22.10.2008) hatte ich die Ehre im Kulturpalast in meiner alten Heimat Hannover-Linden ein paar Songs zu singen. Im Rahmen des Mittwochspalast wurden eine eher akustische Instrumentierung erwartet.

Begleitet wurde ich dem Anlass angemessen von der mir loyalen Hannoveraner Band The Trashlords. Mit nur zwei Proben hatte die Gruppe einen fantastischen Job absolviert und das Gefühl des “nach Hause kommens” bei mir nachhaltig verstärkt.

Dem Konzert lag der Grundgedanke zugrunde, die informellen Wohnzimmer-Sessions, die wir bereits seit Weihnachten 2007 immer wieder mal in Hannover abgehalten haben, auch einmal auf die Bühne zu bringen. In einem Zeitraum von ungefähr einem halben Jahr hatten wir mit den unterschiedlichsten Leuten an den unterschiedlichsten Instrumenten um die 140 Songs mit meinem Laptop aufgenommen.

Die größtenteils als “First Take” eingespielten Lieder waren meistens Eigenkompositionen von Cyman Lee oder von mir. Wir sangen allerdings auch einige Coverversionen. Hier und hier hatte ich darüber schon einmal detaillierter berichtet.

Da ich das Konzert gebucht hatte und über die größten egomanischen Vorraussetzungen der ganzen Gruppe verfüge, war es nur folgerichtig bei dem Konzert auch ausschließlich Songs von mir zu spielen. Ein besonderes Highlight dürfte dabei die Zugabe mit dem zum ersten Mal Live aufgeführten 16-Minuten-Song Fotos von den Tagen sein.

Und wie es sich für die Web 2.0 affine Zielgruppe richtig verhält, wurde dieser Event medial größtmöglichst ausgeschlachtet. Mit meinem neuem Zoom H2 Handy Recorder habe ich das Konzert, sowie die zweite und letzte Probe mitgeschnitten. Zudem hat mein Vater das komplette Konzert mit einer Digitalkamera festgehalten. Außerdem haben mein Bruder und Sven Missullis Bilder und kurze Videos mit iPhone und Handy gemacht.

Das Konzert hatte mir dann auch Spaß bereitet wie selten zuvor. Ein ausschließlich positives Feedback erweckte bei mir den Eindruck, dass es auch dem überschaubaren Publikum gefallen hatte. Das schönste Kompliment kam allerdings von meinem Vater, der zusammen mit meiner Mutter zum ersten Mal ein Konzert von mir live miterleben durfte: Er attestierte mir eine große künstlerische Weiterentwicklung in den letzten Jahren. Und mehr als das man immer weiter Fortschritte macht, kann man sich als Musiker und Künstler auch gar nicht wünschen.

Setlist:
01. You’re The One That Got Away
02. Let’s Play Hardball
03. Without Feathers You Can’t Fly
04. Big Buildings And Small Faces
05. Nice Guys Finish Last
06. Gettin’ Even
07. Western Adventure
08. Almost Empty
09. Auf verlorenem Posten
10. Zu gut für diese Welt
11. Red Carpet Events
12. Lest we Forget
13. Fotos von den Tagen

Mit den Trashlords im Kulturpalast, Hannover 2008:
“Big Buildings And Small Faces”


“Fotos von den Tagen”

Gewonnen!

Ich habe doch tatsächlich gestern (10. Oktober 2008) mit J. Stone & The Bankrobbers den von der zitty gesponserten Singer & Songwriter Contest im art.gerecht gewonnen. Meine Rolle bei der Angelegenheit war die des “Chef-Mandolisten”, Mundharmonikabläsers und Backgroundsängers.

Publikum und Band waren guter Laune und ich habe es selten in einem kleinen Laden ein so euphorisches Konzert erlebt. Vor allem nicht, wenn ich noch selber auf der Bühne stand. YouTube-Videons und Bilder werden folgen. Ich bin gespannt, wie sich dieses Country- und Bluegrass-Projekt in Zukunft noch weiter entwickelt.

Update:

Unser erstes, etwas kontrollierteres Set als Video mit den Songs:
1. Rock Paper Scissors
2. The Ballad Of Women
3. When Jesus Came To My Door

The Hellacopters haben jetzt weniger Licht

Am Wochenende gab die schwedische Rockband The Hellacopters auf ihrer Homepage ihre Auflösung bekannt. Im Jahre 2008 soll es jedoch noch ein verflixtes siebtes Album geben, gefolgt von einer ausgedehnten Tour durch Skandinavien und dem europäischen Festland.

Das letzte Mal sah ich The Hellacopters vor etwa sechs Jahren auf der Reeperbahn in den Hamburger Docks als Vorgruppe von den Foo Fighters Live in Aktion. Eigentlich als Fan der schwedischen Rocker angereist, war ich jedoch erstaunt über den qualitativen Klassenunterschied zu den amerikanischen Kollegen um Dave Grohl. Mit dem Bühnenantritt der Foos wurde schnell klar, dass nun spiel- und soundtechnisch, sowie von der Bühnepräsenz der Akteure auf einem höheren Niveau gearbeitet wird.

Trotz den Parallelen, dass beide Frontmänner im Herzen eigentlich Schlagzeuger sind und zuvor in guten Rockbands die Stöcke, welche die Welt bedeuten geschwungen hatten, waren die Foo Fighters in meinem subjektiven Empfinden die eindeutig bessere Bands des Abends. Dave Grohl interagierte mit dem Publikum, band sich Luftballons von der Karnevalsveranstaltung vom Tag zuvor um den Hals und rockte, trotz seines traditionell livebedingten Grölgesangs, wie Sau.

Später auf der Rückfahrt wurde mir jedoch klar, was diesen Eindruck maßgeblich unterstützt hatte: Wie so oft musste die Vorband mit einem extrem schlechteren Bühnen- und Livesound auskommen und durfte fast komplett ohne Lichtanlage im der matten Bühnengrundbeleuchtung auftreten. Das so ein Vorgehen was bei Acts wie Gund N’ Roses aus Angst des Gesichtsverlustes gang und gebe zu sein scheint, nun auch bei den Foo Fighters angewandt wurde, irritierte mich. In den folgenden Jahren konnten sich dann The Hellacopters bedeutend seltener über so eine Verhaltensweise beklagen: Denn dann waren sie und ihre Techniker als Headliner für das Licht ihrer Vorgruppen verantwortlich.

Eine wirkliche Erklärung für das Ende der Band nach über 13 Jahren wird dann in ihrem Statement vom Samstag nicht gegeben. Wie üblich ist von persönlichen Gründen und Dankesreden für gemeinsame Weggefährten und Fans die Rede. Genaue Termine für die anstehende Tour sind bislang auch noch nicht bekannt gegeben worden.

Video zu By The Grace Of God:

Mark Knopfler und Emmylou Harris brauchten Jahre

Emmylou Harris hat anscheinend für fast jeden gesungen, der oberflächlich gesehen ein gewisses Maß an Manieren, Talent und nötigem Kleingeld mitbrachte. Ob nun für Willie Nelson, Bob Dylan oder dem großartigen, aber auch oft überbewerteten Miterfinder des Countryrocks, Gram Parson. In jüngster Zeit profitierten von den Gesangstalenten der anscheinend von allen negativen Begleiterscheinungen befreiten Ausnahmekünstlerin Neil Young und Mark Knopfler. Der ehemalige Dire Straits Kopf veröffentlicht nun am 14. September sein neustes Soloalbum Kill To Get Crimson.

Obwohl Nashville und West-Londoner Gefilde sich durch einige räumliche und mentale Distanzen voneinander abgrenzen funktionierten das in über sieben Jahren aufgenommene Studioalbum und die nachfolgende Live DVD All The Roadrunning aus dem Jahre 2006 einigermaßen hervorragend. Knopflers spartanische Stimme harmoniert ausgesprochen wohltuend mit den engelsartigen Stimmlagen von Frau Harris. Zusätzlichen sorgen ein glasklarer Sound, eine sparsame Instrumentierung und zurückhaltende Songs für eine gelungene musikalische Atmosphäre.

Kennen lernten sich der gebbürtige Schotte und die Sängerin aus Alabama bei einer Fernsehsendung zu Ehren von Nashvillelegende Chet Atkins. Es folgten Duette für ein Hank Williams Tribut Album. Da die Vorbilder identische zu sein schienen und die Zusammenarbeit so gut funktionierte entstanden im Laufe von fast einem Jahrzehnt weitere Kollaborationen, welche nach der Albumveröffentlichung in einer kleinen, gemeinsameren Tour gipfelten.

Auch wenn All The Roadrunning sicherlich nicht die Qualitäten eines musikalischen Meilensteines besitz macht es doch Spaß die Lieder, welche mit Hilfe von Knopflers Tourband und Sessionsmusikern wie Glen Duncan und Dan Dugmore eingespielt wurden, zu hören. Vom Tempo schnellere Songs wie Beachcombing, dem tanzbaren Red Staggerwing oder This Is Us lockern das eher zurückgelehnte Album erfrischend auf. Mit If This Is Goodbye wird die Platte dann auch mit der obligatorischen vom 11. September inspirierten Ballade beendet. Als Urheber für zehn von den zwölf Albumsongs zeichnet sich Mark Knopfler aus. Bei den restlichen Beiden hatte Frau Harris ihre Finger mit im Spiel.

Trotz einer wahnsinnig großen Fangemeinde und über hundert Millionen verkauften Alben war Mark Knopflers Musik bei den Kritiker und Musikwissenschaftlern nie wirklich beliebt. Dies mag sicherlich viele berechtigte Gründe haben. Bei genaurer Betrachtung scheint es ihm trotz unleugbarer Gitarrentalente an dem gewissen Etwas zu fehlen um mit popkulturellen Helden wie Bob Dylan, Neil Young oder Bruce Springsteen auf eine Augenhöhe gleichzuziehen. Trotzdem tut das seiner Musik keinen wirklichen Abbruch, denn als Hörer muss man sich nicht immer bedeutungsschwangere Jahrhundertsongs zu Gemüte führen. Oft machen bescheidene Töne zwischen den Zeilen auch nicht viel weniger Spaß.

Die Musik der Dire Straits wurde nicht selten als Gegenpol zu der etwa zur selben Zeit aktiven Punkbewegung angesehen. Mark Knopflers betont in seine raren Interviews dann auch, dass seine Fixpunkte zwischen den Punkfeinden Folk, Blues und Country liegen. Trotzdem haftet der Musik des in Glasgow geborenen Sänger eine Schlicht- und Einfachheit an, die auch für den Punkbands nicht so ungewöhnlich waren. Nur halt mit langsamen, ruhigeren und nicht so vorlauten Vorzeichen. Das neue Album wird diese Tradition sicherlich ähnlich fortsetzen.

Trailer zur Live DVD All The Roadrunning:

Foo Fighters sind die Rolling Stones der Generation X

Das Schöne an Dave Grohl und seiner Hauptband den Foo Fighters war ja, dass sie energiegeladene und ohrwurmverdächtige, jedoch auch oft etwas belanglose und harmlose Musik gemacht haben.

Seit dem letzten Doppelalbum In Your Honor hat jedoch Grohl nun nach so vielen Jahren des bescheidenen Musizierens anscheinend das sogenannte John Lennon Fieber gepackt. Eigene Musikaktivitäten stehen nun nicht mehr für sich selber, sondern müssen in einem gesamtgesellschaftlichen Rahmen stattfinden.

In Your Honor wurde dann dem amerikanischen kleinen Mann und Arbeiter gewidmet. Eine imaginäre Person von der weder Grohl, als auch Lennon aufgrund ihren Biografien keine wirkliche Ahnung haben können.
Beim Live Earth Konzert in London wurden dann auch durchschnittliche Schüttelreimsongs in den großen Kontext eingeordnet und dementsprechend Ex-Vizepräsidenten und der Zukunft der ganzen Welt gewidmet.

Nun erscheint nach einem akustischen Livealbum und dem Vaterschaftsurlaub von Herrn Grohl am 21. September das neue Foo Fighters Album mit dem bedeutungsschwangeren Titel Echoes, Silence, Patience And Grace.
Die erste Single The Pretender zeigt, dass die Foo Fighters anscheinend immer weniger ihre großen Vorbilder Led Zeppelin verkraften können.
Trotzdem knallt der Song ungemein und beweist erneut aus was für extrem guten Musikern die Band besteht. Das der Schlagzeuger Taylor Hawkins nun endlich auch offiziell und hörbar bei den Foo Fighters mitsingen darf wirkt sich dann auch sehr positiv auf den von The Colour And The Shape Produzent Gil Norton mit entwickelten Sound aus. Leider steht der durchschnittliche Text trotz The Who Zitat dem Ganzen immer noch etwas hinten an.

Die Foo Fighters scheinen also endgültig zu den Rolling Stones der Generation X zu werden. Man darf gespannt drauf warten, wem dann das neue Werk gewidmet sein wird.

Die Foo Fighters (inkluxive Pat Smear) mit The Pretender Live bei Radio One (BBC):

Die Beasts Of Bourbon im Berliner Columbia Club

Obwohl die Beasts Of Bourbon tendenziell eher ältere Musik spielen, hätte deren gestriges Konzert im Berliner Columbia Club auch in den Jahren 1977, 1987, 1997 oder eben 2007 stattfinden können. Den jeweiligen Zuschauern wäre kein großer Unterschied aufgefallen.

Vom Rock ausgezerrt wie eh und je lieferte die Band einen positiven Beweis für zeitlose Rockmusik und eine energievolle Performance. Das fortgeschrittene Alter der Protagonisten auf der Bühne spielte dabei keine bedeutende Rolle und viel auch kaum weiter auf; das des Publikums allerdings schon.

Die Halle des Columbia Clubs füllte sich nur mäßig mit dem zu erwartenden männlichen Berliner Klientel und selbst bei Konzertbeginn war die Örtlichkeit nur maximal zu zwei Dritteln gefüllt. Sinnlose Absperrgitter vor der Bühne ein eher improvisierter Thekenstand sorgten zusammen mit der Architektur der Halle für eine leichte Dorffest- oder Schülerfetenatmosphäre. Dementsprechend kreischig war dann auch der Sound während des Konzertes. Dies war jedoch mit Beginn der Show bestenfalls nur noch Nebensache.

Mit dem Konzertanfang und den beiden Klassiker The Low Road und Just Right wurde relativ schnell die rockende Spreu vom posenden Weizen getrennt. Darauf folgten dann einige Songs von dem neuen Album Little Animals (acht Stück insgesamt am ganzen Abend), welche auch erstaunlich gut beim Publikum ankamen.
Rockstarerfahrungen mit den The Cruel Sea unterstützen den Sänger Tex Perkins, denn seine ironisch und extrem lustigen Bühneneinlagen führten zusammen mit seiner wahnsinnig prägnanten Stimme zu einer deutlichen Präsenz auf den Brettern dieser Welt.
Die Stimmung innerhalb der Band schien, wie es sich für eine richtige Rockband gehört, eher leicht gereizt. Tex Perkins und Gründungsmitglied Spencer P. Jones interagierten zwar gewohnt harmonisch, Bassist Brain Hopper schien jedoch Probleme mit dem Sound und anderen Bandmitgliedern zu haben. Auch Drummer Tony Pola hing zeitweise dem Beat etwas hinterher. Bei dieser Art des Ausdrucksrocks sollte das aber auch zeitweise so sein.

Die geniale Komposition Drop Out des alten Beasts Of Bourbon Schlagzeugers James Baker wurde eben diesen und dem anderen relevanten Exmitstreiter Kim Salmon gewidmet und war sicherlich mit dem Hound Dog Taylor Song Let’s Get Funky einer der Höherpunkte des Abends.

Die Gitarrensaiten wechselt die Band noch selber und auch der gesamte Abend wurde an den selben abgerockten Instrumenten und ohne Roadies bestritten. Die Band steigert sich immer mehr zum Ende des Konzertes hin und musste für zwei Zugaben wieder zurück kommen, bevor nach dem Schlusssong des neuen Albums Thanks nichts mehr ging.

Das Publikum bildete eher einen Gegenpol zu dieser mehr oder minder frischen Band. Die Menschen im Zuschauerraum waren zwar zum Ende hin immer euphorischer bei der Sache, der unbeteiligte Beobachter musste jedoch schnell feststellen, dass ein Generationswechsel im schlechten Sinne an diesem Abend stattgefunden hatte. Bestimmte Rockveranstaltungen scheinen nicht für generationsübergreifenden Fangemeinden gemacht zu sein. Leicht tragisch nur, wenn die Musik und deren Musiker im krassen Gegensatz dazu stehen. Das wahrgenommene Auftreten des Publikums der Columbiahalle hatte dann jedoch teilweise einen nervenden und konservativen Unterton und war symptomatisch für die anwesende geistig überalterte Kreuzberger Rockcommunity.

Dies Beasts Of Bourbon waren zwar eine zeitlang nicht wirklich aktiv, aber auch nie richtig aufgelöst und Rockgeschichte. Dieser Abend machte das wieder unmissverständlich klar. Wie gewohnt beschien das Konzert die rockige Seite der Australier. Die oftmals besseren Countrysongs blieben bei so einem Liveansatz größtenteils verständlicher Weise im Vinyl stecken. Hoffentlich geht es mit dieser Band trotzdem immer auf Platte und auf der Bühne so weiter.

Setlist (aus der Erinnerung nieder geschrieben und keine Garantie oder Anspruch auf Vollständigkeit und korrekter Chronologie):

1. The Low Road
2. Just Right
3. I Don’t Care About Nothing Anymore
4. I’m Gone
5. I Told You So
6. Hard, Straight & Long
7. Chase The Dragon
8. Bad Revisited
9. Little Animals
10. Master And Slave
11. Finger Lickin’
12. Driva Man
13. Too Much Too Late
14. Drop Out
15. Hard For You
16. Saturated
17. New Day Of The Dead
18. Let’s Get Funky
19. Thanks

Video zum Song I Don’t Care About Nothing Anymore vom neuen Album Little Animals:

Spinal Tap auf dem Live Earth Gig in London

Metallica spielten drei Hits von ihrem Black Album, Bloc Party und Keane trugen ihre pathosgestützten Sounds vor und erstaunlicherweise rockten die Foo Fighters und Beastie Boys extrem hart. Die größte, beste und wichtigste Auswirkung des weltweiten Live Earth Spektakels war jedoch sicherlich, dass sich Spinal Tap für diesen Auftritt wiedervereinigten.

Und so heizte, angekündigt von This Is Spinal Tap Regisseur Rob Reiner alias als Marty DiBergi, die Band um Nigel Tufnel und David St. Hubbins dem Londoner Wembley Stadium am 7.7.2007 deutlich ein. Für ihren Lieblingsplaneten spielten Spinal Tap unter anderem ihren Klassiker Stonehenge.

Neben das Nigel bei einem Song Mandoline spielte war das Finale des Auftrittes am beeindruckendesten. Mit an die 30 Bassisten spielte die Band den aus dem Spinal Tap Film bekannten Song Big Bottom. Mit dabei an den uneingestöpselten Viersaitern waren unter anderem Nate Mendal von den Foo Fighters, MCA von Beastie Boys sowie James Hetfield, Kirk Hammett und Robert Trujillo von Metallica. Von dieses Auftritts soll dann auch eine neue 15-Minuten-Dokumentation erstellt werden. Basser geht es nun wirklich nicht!

Woody Guthrie Konzert-Mitschnitt aufgetaucht

Woody Guthrie war einer der größten Songschreiber des letzten Jahrhunderts und Vorbild von unzähligen Musikern, darunter auch Größen wie Bob Dylan, Pete Seeger oder Ramblin’ Jack Elliot. Vor einiger Zeit ist ein Mitschnitt von einem Konzert von Woody aufgetaucht der nun noch in diesem September unter dem Titel “The Live Wire” veröffentlicht werden soll.

Fünf Jahre lang hat es gedauert die seltenen Aufnahmen zu bearbeiten und zu restaurieren. Ursprünglich wurde das Konzert von Woody Guthrie und seiner tanzenden Frau Majorie in dem YMCA Hostel in Newark (New Jersey) im Mai 1949 von Paul Braverman auf dem seltenen “Webster Wire Filament Recorder” aufgenommen.

Besonders interessant dürfen neben der Musik auch die Ansagen von Woody sein, in denen er viel über die Songs, Kindheitserinnerungen und andere Dinge spricht. Seine Frau übernimmt dabei die Moderation, indem sie unter anderem neue Songs ankündigt und Woody weiter anspornt. Man darf gespannt sein.

Das Tracklisting soll folgender Maßen aussehen:

1. Intro: How much? How Long? (15:02)
2. Black Diamond (4:51)
3. I Was There And The Dust Was There (6:56)
4. The Great Dust Storm (3:35)
5. Folk Singers And Dancers (5:28)
6. Talking Dust Bowl Blues (2:16)
7. Tom Joad (6:17)
8. Columbia River (1:47)
9. Pastures Of Plenty (2:39)
10. Grand Coulee Dam (3:33)
11. Told By Mother Bloor (1:18)
12. 1913 Massacre (4:32)
13. Quit Sending Your Inspectors (2:33)
14. Goodbye Centralia (3:11)
15. A Cowboy Of Some Kind (1:20)
16. Dead Or Alive (3:42)
17. Jesus Christ Has Come! (1:35)
18. Jesus Christ (3:46)

Woody Guthrie singt “John Henry”: