Meine neue Vintage-Gitarre von Höfner

Nebenkostenrückzahlungen sind schon etwas Feines. Man kann davon im Nachtleben dekadent die Sau raushängen lassen, seine Steuerschulden bezahlen oder sich einfach eine neue Gitarre kaufen. Da mich die ersten beiden Dinge nicht wirklich interessieren, habe ich mich nun erst mal für die dritte Variante entschieden.

Bei der Reparatur eines anderen beliebten Klangkörpers hatte ich neulich das neue Objekt der Begierde gesichtet. Eine weinrote Höfner Model 450 von 1966 hing dort im Gitarrenhospital an der Wand. Dummerweise genau dass, wo ich schon seit Jahren unterbewusst hinter her bin. Warum also nicht einmal eine deutsche Vintage-Gitarre erwerben?

Auch wenn alte Western-Gitarren vielleicht nicht immer mehr so exakt zu spielen sind, wie neue Fabrikware, gibt es doch nichts schöneres, als eine Gitarre zu besitzen, die älter ist als man selbst.

Amerikanische Gitarren sind in Deutschland schwer preiswert zu erstehen. Und mit Höfner und Framus gab und gibt es ja in diesen Breitengraden seit vielen Jahrzehnten auch weltweit geachtete Hersteller. Was für die Beatles gut genug war, sollte dann auch für mich ausreichen.

Zwei Wochen nach der ersten Begegnung war dann die Panik zu groß, jemand könnte mir zuvorkommen. Also Skrupel beiseite gewischt, schnell hin in den Hinterhofladen geeilt, Geld auf Tisch gelegt und Gitarre eingepackt.

Mit der Baby-Taylor-Gitarre ganz groß raus kommen

Aus purer Verzweiflung habe ich mir letzte Woche eine neue Western-Gitarre gekauft. Genervt vom ewigen Schleppen und eingeengt beim DVD-Konsum vor dem Fernseher: Die Wahl viel diesmal auf eine kleine und handliche ¾-Kindergitarre. Und zwar auf eine Baby Taylor.

Als ich im Sommer mit großem Erschrecken feststellte, keine Gitarre in der kleineren ¾-Größe zu besitzen, war ich in Panik kurz davor sofort eine billige Kaufhausgitarre von der Stange zu erwerben. Die Ermahnungen von Freunden führten dann jedoch zu einer eher nüchternen Einschätzung der delikaten Situation.

Nach dem Sondieren der Lage stand dann vom Preis/Leistungs-Verhältnis fast nur noch eine Baby Taylor in der Dreadnought-Form zur Auswahl. Als ich ein auf Reisen durch Thailand gespieltes Exemplar bei dem Bassisten meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers Probespielen durfte, war es um mich geschehen. Ich habe mir sofort eine Ausgabe im Internet bestellt.

Eine Akustik-Gitarre von der kalifornischen Marke Taylor stand zwar schon öfters zur Debatte, jedoch wollte ich an die 1974 gegründete Firma nie so richtig glauben. In diesem Bereich kommen für mich eigentlich nur Instrumente des Herstellers Martin aus Nazareth, Pennsylvania in Frage. Mit Abstufungen sind vielleicht auch noch für den Bühneneinsatz die soliden japanischen Gitarren von Takamine zu empfehlen. Auch die deutsche Marke Höfner soll in dem Bereich nicht schlecht sein.

Die seidenmatte Baby Taylor gibt es in vier verschiedenen Holz-Variationen: In Mahagoni, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminierter Sapele, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminiertem Ahorn und in einer etwas größeren 7/8-Version (auch in einer Linkshändlerversion). Die Wahl viel dann bei mir auf die Mahagoni-Ausgabe des Instrumentes, da diese Holzart in dem Ruf steht von der Klangcharakteristik etwas basslastiger zu sein. Bei einer winzigen Gitarre wohl die ersten Frequenzen, die wahrscheinlich verschwinden dürften, welche aber für meine Musik relativ wichtig sind.

Innerhalb von zwei Tagen war das in Mexiko gebaute Instrument bei mir im Briefkasten. Inklusive schöner und stabiler Tasche. Sofort wurden vierzehn Lieder aufgenommen um die Gitarre gründlich zu testen. Und das Ergebnis hat selbst mich etwas überrascht.

Die Klampfe ist super leicht (ca. 1,5 kg), klein (ca. 86 cm) und der Hals kann sogar noch abgeschraubt werden, womit das Gerät in jeden handelsüblichen Trenchcoat passen dürfen. Spielen lässt sich die Kleine auch total flüssig, leicht und einfach. Auch die kleinere Mensur (mit 57,8 cm ca. 7 cm kürzer als die einer “normalen” Gitarre) bereitet beim normalen Akkordspielen, sogar mit Kapodaster, keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Die Reisegitarre ist robust verarbeitet und besonders die Stimmmechaniken lassen sich gut bedienen. Die Decke ist aus massiven amerikanischem Mahagoni und die Boden und Zargen aus laminierter Sapele gefertigt. Das wichtigste jedoch: Der Klang unterscheidet sich kaum von denen von großen Gitarren. Natürlich ist der Bassbereich aufgrund der Körpergröße etwas eingeschränkter, alle Saiten klingen trotzdem sehr ausgewogen und voluminös.

Ein Höreindruck vermittelt das erste auf dem neuen Instrument gespielte und aufgenommene Lied: Autumn Song. Mit diesem neuem Baby im Schrank wird in Zukunft hoffentlich das für Musiker übliche Equipment schleppen etwas reduziert. Gerade noch rechtzeitig zugeschlagen.

Der Taylor-Gründer Bob Taylor erklärt seine Baby Taylor:

Slow Hand Eric Claptons Autobiografie

Mit Eric Clapton ist das ja immer so die Sache. Einerseits ist ein begnadeter Gitarrist, federführendes Mitglied von wichtigen Bands und ein durchaus relevanter Songschreiber. Andererseits ein teilweise unsympathischer Zeitgenosse, Urheber von bedenklichen musikalischen Werken und seit spätestens Anfang der 1990er Jahre im Rahmen seiner MTV Unplugged Platte endgültig zum musikalischen Konsensschmusetier verkommen. Heute ist seine Autobiografie in Deutschland erschienen.

Während neben seinen bedeutenden Werken mit Bands wie Cream oder den Yardbirds auch seine Soloalben aus den frühen 1970ern in jedem Privatarchiv einen Platz verdienen (diese liegen mittlerweile als solide Deluxe Editionen vor), zeichnete sich seine “Slow Hand” in den letzten Jahren eher durch Kooperationen mit Legenden wie B.B. King, J.J. Cale oder der geistige Inkarnation von Robert Johnson aus.

In seiner aufgeschriebenen Lebensgeschichte soll nun ein Teil der ganzen Wahrheit zu finden sein. Einen ersten Eindruck kann sich der Leser durch das Kapitel mit dem sicherlich tragischsten Privaterlebnis Claptons, der tödlich Fall seines Sohnes aus dem 53. Stock eines New Yorker Wohnhauses, machen, welches WELT ONLINE vorab hier veröffentlicht hat.

Eric Clapton hat sicherlich schon immer ein wenig polarisiert und wird dies wohl auch weiter tun. Vielleicht sollte man ihn aber daran messen, wofür er bekannt geworden ist: Für sein außergewöhnliches Gitarrenspiel.

Eric Clapton covert Cocain:

Slashs Gitarrensound von Guns N’ Roses

Vor über 20 Jahren erschien das erste Album Appetite for Destruction von Guns N’ Roses. Der Internetversand Amazon kündigt das neue Album Chinese Democracy der Rockband aus Los Angeles schon für den 31. Dezember 2025 an. Damit befinden wir uns aktuell fast in der zeitlichen Mitte vom musikalischen Schaffen von Axl Roses und seiner Band. Deren Musik dominierte jedoch überwiegend ein Anderer.

Sicherlich hat der Sänger Axl Rose eine markante Stimme und ist ein passable Songschreiber (gewesen). Auch Bassist Duff McKagan spielte einen sehr melodiös Bass und ist ein hervorragender Multiinstrumentalist. Sogar Izzy Stradlins Musikverständnis war relativ wichtig für den Sound der Gunners. Was die Band aber heute neben nostalgischen Veranlagungen hauptsächlich noch hörenswert macht, ist das Gitarrenspiel von Leadgitarrist Slash.

Zu einer Zeit wo überwiegend Sportgitarristen a la Eddie Van Halen oder Joe Satriani in der kommerziell härteren Rockmusik unterwegs waren, beschränkte sich der als Saul Hudson geborene Musiker auf die Tugenden eines Rockgitarristen. Er verzichtete überwiegend auf sinnlose Tappingarien oder sonstigen Speedgitarrenläufe und entwickelte einen eigenen melodiösen und erdigen Gitarrensound.

Auch übertriebene Effekte sind selten auf Slashs Gitarrenläufen zu finden. Nur das Wah-Wah Pedal wird neben Verzerrung und Hall sparsam von ihm als Effekt eingesetzt. Sein bluesiges Gitarrenspiel orientiert sich eher an Rockgitarristen der 1960er und 1970er Jahre wie Keith Richards, Jimmy Page, Jimi Hendrix oder Joe Perry als an damals aktuellen Standards. Die Vollendung findet die Gitarrenkunst von Slash in Guns N’ Roses Songs wie Estranged, November Rain oder Sweet Child O’ Mine.

Slash spielte überwiegend eine Gibson Les Paul Gitarre und Marshall Verstärker. Er war auch der erste Musiker mit einer eigenen Marshall Verstärkerserie. Die Gitarrenfirma Gibson widmete ihm mehrere Signaturegitarren. Auch heute sind seine Gitarrenläufe noch genauso frisch wie an dem Tag der Einspielung. Was man von Axl Roses Gesang nicht immer behaupten kann.

Video zum Guns N’ Roses Song Estranged:

Das erste Album von Bert Jansch

Der weise Neil Young hat zwei Hauptgitarrenidole: Für die elektrische Gitarre ist dies zum einen unüberraschender Weise Jimi Hendrix. Für die akkustische Gitarre kein alter Bluesmusiker wie Robert Johnson, Charlie Patton oder Skip James, sondern der schottische Folkmusiker Bert Jansch.

Auch für Donovon, Jimmy Page und Bob Dylan rangiert Jansch ganz oben unter den relevanten Musikern der späten 1960er Jahre und den folgenden Jahrzehnten. Einflüsse seiner Musik lassen sich in akustischen Led Zepplin Passagen genauso wiederfinden wie im Gitarrenstil von Donovan oder Neil Young. Selbst der legendäre Nick Drake war ein Bewunderer des Musikers aus Glasgow und coverte sogar dessen Song Courting Blues.

Nachdem Jansch mit seiner minderjährigen Ehefrau für einige Zeit durch Europa gereist war, zwang ihn eine Magen- und Darmgrippe im marokkanischen Tangier zur Rückkehr ins Vereinigte Königreich. Im London in der Mitte der 1960er Jahre traf er dort auf eine lebendige Folkszene und den Produzenten Bill Leader. Jansch erstes, selbstbetiteltes Album, soll dann auch in der Küche von Leader mit einem einfachen Tapedeck und einer geliehenen Gitarre aufgenommen worden sein.

Der Produzent verkaufte die Aufnahmen für 100 Pfund an die Plattenfirma Transatlantic Records, welche dann die 15 Songs als Platte veröffentlichten. Das Album Bert Jansch verkaufte sich im Jahre 1965 dann sogleich über 150.000 mal. Der Song Do You Hear Me Now von dieser Platte erlange später noch größere Aufmerksamkeit, als ihn Donovan für seine Nummer 1 EP Universal Soldier aufnahm. Mit Needle Of Death enthielt Bert Jansch auch einen der ersten britischen Songs, welcher die negativen Aspekte des Drogenmissbrauchs thematisierte. Seine Geschichte über den Herointod eines Freundes weißt dann zudem auch starke Ähnlichkeiten mit dem Neil Young Song The Needle And The Damage Done auf.

Obwohl Bert Jansch zunächst als der britische Bob Dylan angesehen wurde, hinkt dieser Vergleich doch stark. Während die Texte bei Bob Dylans Musik einen maßgeblich Antriebsmotor darstellen, ist die Musik von Jansch eher vom Gitarrenspiel getrieben. Viele Instrumentallieder unterstreichen diese Annahme noch. Trotzdem ist es doch erstaunlich wie stark sich sein Einfluss bei vielen anderen Musikern wiederfindet. Gerade im Vergleich zu Donovan oder Nick Drake sind die Ähnlichkeiten doch frappierend.

Ende 2006 hat Bert Jansch sein letztes Studioalbum The Black Swan mit Gastmusikern wie Beth Orton oder Devendra Banhart veröffentlicht. Im August 2007 erschien die Live-DVD Fresh As A Sweet Sunday Morning mit Aufnahmen von einem Konzert vom 22. April 2006 aus der Sheffield Memorial Hall in England.

Bert Jansch am 13. April 2007 in Barcelona:

Albert Kings einzigartiger Blues-Gitarrenstil

Linkshändler sollen ja angeblich allesamt potentielle Genies sein. Bei prominenten Beispielen der Popmusikgeschichte wie Paul “Macca” McCartney, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain scheint dies ja auch halbwegs zuzutreffen. Das beste Beispiel ist jedoch der Fast-2-Meter-Mann Albert King, welcher zusammen mit BB King und Freddie King das Blues Triumvirat der herrschenden E-Gitarren Könige bildet.

It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N’ Roll) sangen die heiligen AC/DC schon. Albert King wusste bereits fast 40 Jahre vorher einen Blues über diese Thematik zu singen. Auf Plantagen in Mississippi und Arkansas groß geworden begann er schon als Kind auf aus Zigarrenkisten selbstgebauten Gitarren zu spielen. Später konnte er sich dann keine wirkliche Linkhändlergitarre leisten und spielte deswegen “normale” Instrumente verkehrt herum. Das hatte zur Folge, dass die dünnen Seiten bei Albert Kings Gitarren dann oben waren. Diesen Umstand verdankt jedoch die Welt den einzigartigen Gitarrenstil des auch als “The Velvet Bulldozer” bekannten Musikers. Denn wenn ein rechtshändiger Gitarrist die hohen Saiten noch oben zieht, zog sie Albert King analog dazu nach unten und dies hörte sich anderes an.

Anfang der 1950er Jahre durfte King dann auch mit Jimmy Reed in einer Band spielen, leider nur als Drummer. Eine erste Solosingle im Jahre 1953 für das Label Parrott interessiert dann kaum jemanden, was zur Folge hatte das Albert King nach St. Louis zog und erstmal nur noch in seiner Freizeit vor sich hin klampfte.

Erst Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre nahm der Gitarrist wieder einige Singles für die Plattenfirma Bobbin auf, die teilweise von Ike Turner produziert wurden und sich relativ erfolgreich verkauften. Zu dieser Zeit begann Albert King auch seine bekannte Gitarre Lucy, ein Instrument aus der damals noch neuen Serie der Firma Gibson mit dem Namen Flying V, zu spielen. Dieses Modell wurde viele Jahre später von Mettalisten wie den Scorpions oder Metallica erfolgreich zweckentfremdet.

Seine Gitarre stimmte King in der Regal vier Halbtöne nach unten und schlug die Saiten wie damals unter Bluesmusikern oft üblich von Hand anstatt mit Hilfe eines Plektrums an.

Mit 42 Jahren begann der Musiker im Jahre 1966 für die eher als Soul Label bekannte und in Memphis beheimatete Firma Stax aufzunehmen. Zusammen mit seiner neuen Begleitband Booker T & The MG’s (später wurden Teile davon als Begleitmusiker der Blues Brothers degradiert) produzierte King in den folgenden Jahren bis 1974 viele Hits und trat oft Live (u. a. mit Jimi Hendrix) auf. Erst ein Herzinfarkt konnte die noch bis ins hohe Lebensalter aktive Musikerkarriere 1992 stoppen. Ohne seinen Gitarrenstil wären Musiker wie Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Stevie Ray Vaughan so nicht möglich gewesen.

Duesenberg – Die besten Gitarren aus Hannover

Ron Wood von den Rolling Stones spielt Sie, Tom Petty/Johnny Cash Gitarrist Mike Campell auch, Rauschebart Billy Gibbons von ZZ Top greift beim musizieren ebenso auf Sie zurück wie auch Elvis Costello, Dave Stewart und noch viele Andere: Die Rede ist von der mittlerweile legendären Duesenberggitarre.

Seit vielen Jahren fertigen Gitarrenmagier Dieter Gölsdorf und sein Team in der Mitte von Hannover Gitarren und Bässe im klassischen Art Deco Styling für die eigene Firma Göldo Music und damit auch für den Rest der Welt an. Diese Klangerzeuger ähneln entfernt den Instrumenten der Firma Gretsch, sehen nur noch besser aus und das Erfreuliche ist: Sie sind auch noch viel kostengünstiger zu erwerben als die Produkte der direkten Konkurrenz.

Seit der Jahrtausendwende beginnen sich die Duesenberg Verkaufszahlen überdurchschnittlich gut zu entwickeln, was zu weltweiter Bekanntheit und im Jahre 2004 sogar zu einer eigenen Vertriebsniederlassung in den USA führte.

Aus eigener Erfahrung kann ich die hohe Qualität dieser Liebhabergeräte nur bestätigen. Den direkten Vergleich zu Fender- oder Gibsongitarren halten die Duesenbergprodukte mühelos stand; übertreffen die amerikanische Konkurrenz sogar noch durch ihren individuellem Klang und der liebevollen Verarbeitung. Erfinder Gölsdorf beschreibt das Besondere seiner Gitarren treffend: “Instrumente, die sich ansehen, anfühlen und anhören wie geliebte Schätze aus dem 19ten Jahrhundert, die aber überraschen durch perfektes Handling, innovative technische Detail-Lösungen und eigenes Gesicht.”

Wer sich im Moment zufälligerweise gerade auf der Suche nach der Gitarre oder Bass seines Lebens befindet, sollte sich das Angebot auf jeden Fall einmal anschauen.

Mike Campell demonstriert was eine Duesenberg so alles kann: