Seit Weihnachten 2007 fahre ich ungefähr einmal im Monat in die alte Heimat nach Hannover-Linden, um dort mit alten Weggefährten informelle Wohnzimmer-Musik-Sessions abzuhalten. In diesem Zeitraum haben wir bis jetzt 106 Lieder mit meinem Laptop Live und ohne groß zu zögern aufgenommen.
Die größtenteils als „First Take“ aufgenommenen Songs waren meistens Eigenkompositionen von Cyman Lee oder von mir. Allerdings spielten wir auch einige Coverversionen von so illusteren Songwriting-Genies wie Bob Dylan, Merle Haggard, Guy Clack, David Allen Coe, Kris Kristofferson, Mono für alle!, Hank Williams, Tom Petty, Bruce Springsteen, John Prime, Kinky Friedman, Hank III, John Fogerty oder Willie Nelson.
Letztes Wochenende war es dann wieder soweit: Mit einer über die Mitfahrgelegenheit gebuchten unorthodoxen Reisemöglichkeit begab ich mich etwa 300 Kilometer weiter westwärts. Aufgrund urlaubsbedingter Fehlzeiten fanden die Aufnahmen diesmal nur in einem eher kleineren Rahmen, bestehend aus Frank, Sarge, W. Hank Daniels und mir, statt. Folgende neun Songs haben wir aufgenommen. Einige könnt Ihr Euch auch hier anhören und runterladen.
Update: Jetzt gibt es auch einen Song mit W. Hank Daniels an den Lead-Vocals hier zu hören. Und zwar: Country Heroes.
Jens Kupillas & The Trashlords
(feat. W. Hank Daniels & Frank Meusel)
The Street Fighting Men Session
Am letzten Sonntag (10. August 2008) ist in der Welt am Sonntag von mir eine Anekdote zu meiner eigenen Musikgeschichte erschienen: Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Golf VI Modells von Volkswagen im Oktober, war es an der Zeit meine Erfahrungen mit diesem Gefährt zu rekapitulieren. Das Ergebnis kann man sich nun auch hier bei WELT ONLINE anschauen.
P. S. Das Demo „Gear Out!“ vom 28. September 2004 zur selben Thematik (aufgenommen mit tatkräftiger Unterstützung von Cyman Lee) ist hier bereit gestellt.
Bevor mir krankheitsbedingt meine Stimme endgültig versagt kommt nun eine kurze, größenwahnsinnige Durchsage in eigener Sache mit relativer Verwandtschaft zum Pure Kosmos: Es existiert nun endlich ein richtiges Musikvideo zu einem von meinen Solosongs!
Mit bescheidenen Mitteln kehrte ich zusammen mit dem äußerst fähigen Regisseur Cyman Lee Bierwag (Trashlords, Zoonamii) an relevante Orte meiner Vergangenheit, wie zum Beispiel Schrottplätze, öffentliche Toiletten, Schnellstraßen, Bibliotheken, Einfahrten zu Bordellen und Fußgängerzonen, zurück. Mit professioneller und zeitaufwendiger Unterstützung von Cyman Lee und Holger Banse von Mad Elephant Films nahm diese Intention dann letztendlich eine beachtliche Form an.
Die Musik zum Video stammt von mir und wurde (bis auf die Drums) überwiegend nachts in meinem Zimmer aufgenommen und gemischt (Akustikgitarre, Hauptgesang und Harmonika gleichzeitig Live, der Rest ist dann Overdubs). Das mächtige Schlagzeug spielte der taktvolle Andru Giant von meiner Band, den Disco Darlings. Gemastered wurde diese Aufnahme dann schließlich von Andi Bukelini (Blue Man Group, etc.) im Studio Wong, der Aufnahmeunterkunft des Gods Of Blitz Gitarristen Olli Wong.
Weitere neue Solosongs der letzten Zeit mit der unterschiedlichsten Beteiligung der üblichen Verdächtigen wie Andru Giant, Anika Hoff oder den Trashlords findet ihr hier zum kostenlosen Download. Vielen Dank für die Aufmerksamkeit und Ende der Werbedurchsage.
Lange sind die 1990er-Jahre noch nicht vergangen. Die musikalische Sozialisation im wahrscheinlich zeitlosesten Musikjahrzehnt merkt man den Hannoveraner Reebosound auch teilweise an. In der klassischen Nirvana-Trioformation wird gespielt was die Röhren und Drumfelle hergeben.
Die Bandinfo zeugt bei dieser Gruppe dann auch von einem guten Maß an Selbstrefflektion, wenn der eigene Sound mit Helden wie den Pixies oder Dinosaur jr. verwandschaftet wird. Eine Prise amerikanischer Bands der Marke Green Day, Hüsker Dü oder sogar Blink 182 sind sicherlich für manchen Hörer auch nicht ganz wegzuwehen. Umso erstaunlicher ist das dieses Projekt als 100-Prozenttiger Solotrip entstand. Die eigentliche Liveband und aktuelle Formation kam erst viel später.
Viele populären Soloprojekte sind in Wirklichkeit gar keine richtigen Ein-Mann-Unternehmungen im eigentlichen Sinne. Der Hauptprotagonist schreibt zwar oftmals die relevanten Teile der Musik und ist meistens auch für den Hauptgesang verantwortlicht, für die Instrumentierung, Produktion, Promotion, etc. zeichnen sich dann jedoch meistens die im Kleingedruckten verewigten Helfershelfer ab.
Nicht so bei Reebosound. Sven Missullis, das sympathische Mastermind dieser Band, war zu Beginn größtenteils für Songwriting, Produktion, ja sogar für Artwork und Promotion alleine verantwortlich; spielte alle Instrumente selber ein und sang auch komplett die wahrzunehmenden Stimmen.
Eine der schönsten Dinge an Musik im Allgemeinen ist, dass so viele unterschiedliche Herangehensweisen dazu existieren. Sven Missullis hat in den letzten 15 Jahren eine Vielzahl davon exzessiv ausprobiert. In jungen Jahren Anfang der 1990er Jahre als Rhythmus Gitarist der Grungeband Erol Beautiful zu lokaler Berühmtheit aufgestiegen, wechselte Missullis bald effektiv zum Schlagzeug und nahm mit der Band 11 Toes neben einer Single im Jahre 1996 auf dem Hamburger Indielabel Beri Beri Records den frühen deutschen Emocoreklassiker Pinch auf.
Mit dem Wechsel zur Stonerockkombo Payola um den Sänger/Texter Timo Lommatzsch (später The Mandra Gora Lightshow Society und heute unter anderem The Psychedelic Avengers) und Gitarrist Jens Freudenberg (heute Gods Of Blitz) folgten eine Vielzahl von beachtlichen Rockplatten und legendäre Tourneen (unter anderem mit Nordlichtern Smoke Blow und den Sissies).
Doch damit war noch lange nicht Schluss. Auf der Suche nach neuen musikalischen Horizonten verdingte sich Sven Missullis in so unterschiedlichen Positionen wie als Bassist der Disco Darlings, Sänger und Gitarrist der Freundschaftsband Zoonamii, Mischer/Produzent von Bands wie Drive By Shooting oder den Stonedudes und als viel gefragter Livedrummer.
Das bisher ambitionierteste Projekt sind sicherlich die aktiven The Psychedelic Avengers. Imaginäre, akustische Weltraumabenteuern mit unzähligen von Mitstreitern (Urlaub In Polen, Knarf Rellöm, uvm.) auf bisher zwei veröffentlichten Platten.
Nach einer Homerecording EP (schlicht „Demos“ betitelt) erscheint nun am 6. Juli 2007 auf dem kleinen aber feinen Indie-Label Two Records im Vertrieb von Broken Silence das offizielle und selbstbetitelte Reebosound Debüt. Parallel dazu ist Online ein Livealbum erhältlich. Aufgenommen wurde dies von dem potentiellen Erben des noch sehr lebendigen George Martin Willi Dammeier in einem der besten Liveclubs Deutschlands: dem Béi Chéz Heinz in Hannover-Linden.
Dieses Album kann man sich kostenlos hier runterladen. Mit fünf Songs von dem kommenden Album ein perfekter Vorgeschmack auf das neue Werk. Neue Songs und eine Tour sind bei den durch Arne Borchard und Toni Karnas zum Trio erweiterten Reebosound in Arbeit.
Denkt man bei einer kompromisslosen Hinwendung zur Musik und Kunst zunächst an die über das dafür notwendige Kleingeld verfügenden Rockstars oder Elitekünstlern wird dabei jedoch oft unterschlagen, dass dies auch im Kleinen sehr Wohl funktionieren kann. Reebosound ist der beste Beweis dafür.
Sven Missullis macht das wo er am Besten bei aussieht: Schlagzeugspielen in einem fahrenden Zug mit der Berliner Punkband Drive By Shooting:
Das Video zur ersten offiziellen Reebosoundballade „Poor Old Sun“: