Wenn Dave Grohl einem eine Drum-Lektion erteilt

Warum bin ich eigentlich kein dekadenter und Millionen schwerer Star? Die Antwort liefert das Video unten. Denn wenn man mit gerade 19 Jahren schon so irre gut Schlagzeug spielt wie Dave Grohl bei der US-Punk-Rock-Band Scream im Jahre 1988, kann dann im restlichen Leben eigentlich nicht mehr viel schief laufen.

Ich konnte das damals mit 19 Jahren und heute erst recht nicht. Und ich werde es mit einer Relativitätstheorie aushebelnder Gewissheit auch niemals können. Deswegen muss ich mich mit dem berühmt-berüchtigten Kupillas-Drum-Beat zufrieden geben oder mich lieber gleich ganz auf professionelle Schlagzeuger verlassen.

Man mag die Songwriterqualitäten von Grohl zurecht anzweifeln. Auch der College-Rock der Foo Fighters kann manchmal recht niveaulos und nervtötend sein. Doch die musikalischen Fähigkeiten von Dave Grohl sind nicht negierbar. Besonders auf dem Drum-Hocker, der den Sound einer guten Rockband bedeutet, macht der Mann aus Virginia immer eine gute Figur.

Auch wenn Scream, dessen Mitglied Grohl mit bereits 17 Jahren wurde und mit denen er kreuz und quer durch die USA und Europa tourte, keine besonders wichtige Gruppe war: Sein Stil scheint schon in seinen jungen Jahren, wo andere sich noch mit menschenfeindlichen Metronomen und sinnentleerten Rhytmusübungen aufhalten, fast vollständig entwickelt.

Und ich habe hiermit den finalen Beweis erbracht, dass man Talent nicht erüben kann. Bleibt mir also nichts anderes weiter übrig, nachts mich damit in den Schlaf zu träumen, einmal so solide Schlagzeug wie Dave Grohl spielen zu können. Oder wie Levon Helm. Oder wie John Bonham. Oder wie Keith Moon. Oder wie Ringo Starr…

Der VW Golf als Tourbus für unterbezahlte Rockstars

Am letzten Sonntag (10. August 2008) ist in der Welt am Sonntag von mir eine Anekdote zu meiner eigenen Musikgeschichte erschienen: Anlässlich der Veröffentlichung des neuen Golf VI Modells von Volkswagen im Oktober, war es an der Zeit meine Erfahrungen mit diesem Gefährt zu rekapitulieren. Das Ergebnis kann man sich nun auch hier bei WELT ONLINE anschauen.

P. S. Das Demo “Gear Out!” vom 28. September 2004 zur selben Thematik (aufgenommen mit tatkräftiger Unterstützung von Cyman Lee) ist hier bereit gestellt.

Diese Bahnfahrer sollten Sie meiden

Das Fahren mit den öffentlichen Verkehrmitteln ist nicht selten eine Tortur: Unplanmäßige Abfahrtszeiten, streikende Bedienste, hohes Passagieraufkommen, schlechte Verkehrsanbindungen und kaum zu ertragende klimatische Bedingungen lassen die Reise mit Zug, Bahn oder Bus zu einem notwendigen Übel werden.

Als wären die Grundbedingungen für die tägliche Beförderung nicht schon schlecht genug: Erschwert wird diese zusätzlich noch durch bestimmte Passiergruppen, welche es sich zur Aufgabe gemacht haben, den unbescholtenen Fahrgast unnötig zu tyrannisieren. Zur Hilfestellung für den Leser werden im Folgenden die fünf wichtigsten Gruppen und ihre Erkennungsmerkmale genannt.

1. Der Bahn-Walker

Egal wie voll das Verkehrsmittel ist und zu welcher Uhrzeit man reist: Der Passagier kann sich darauf verlassen innerhalb von einer halben Stunde mindestens mit einem Bahn-Walker in einen ungewünschten Kontakt zu treten. Der Bahn-Walker geht dabei immer ähnlich vor: Er steigt in der hintersten Möglichkeit in die Bahn ein und bewegt sich dann mehr oder minder höflich bis zum anderen Ende des Abteils.

Freie Sitzplätze interessieren ihn dabei genau so wenig, wie die Entfernung seines Fahrzieles oder die Füße seiner Mitfahrer. Auf mangelnde Kooperation oder Anteilnahme von anderen Fahrgästen reagiert er in der Regel mit Unverständnis und in besonders starken Fällen sogar mit Entrüstung.

2. Der Brummkreisel

Der Brummkreisel tritt meistens in Gruppenstärke in der Größenordnung von einer Kleinfamilie bis hin zu einer größeren Touristengruppe auf. Auch in einzeln soll er jedoch schon gesichtet worden sein. Zu erkennen ist diese Spezies meistens beim Verlassen des Transportmittels. Während sich der normale Fahrgast bemüht relativ schnell und zielstrebig zu seinem Bestimmungsziel zu gelangen, bleibt der Brummkreisel im Einstiegsbereich stehen und dreht sich orientierungslos um sich selber.

Der routinemäßige Ablauf beim Halten wird besonders erheblich gestört, wenn er in größeren Personenstärken auftritt. Von standardmäßigen Aus- und Eingangswegen hat er ebenso wenig eine Ahnung wie von Stadt- oder Fahrplänen. Außerdem hat er eine Vorliebe für Körperkontakt mit seinen Mitmenschen. Ähnlich wie beim Bahn-Walker ist auch das Ego der Brummkreisel ausgeprägt. Aus seinem Verhalten resultierende Probleme werden durch Nichtbeachtung oder Unverständnis abgeschmettert.

3. Der Einsteiger

Der Einsteiger markiert den Gegensatz zum Brummkreisel. Im Kontrast zu seinem potenziellen Artgenossen zeichnet er sich nicht durch Langsamkeit, sondern durch übereiltes Vorgehen aus. Panische Verhaltensweisen sind aber beiden Personengruppen zu eigen.
Beim öffnen der Türen stürzt sich der Einsteiger ohne Rücksicht auf menschliche Verluste in das Fahrzeug. Sein Ziel ist dabei immer gleich: Das Ergattern eines besonders schönen Sitzplatzes, bevor andere ihm zuvor kommen können.

Angesiedelt im unteren und oberen Altersspektrum lebt der Einsteiger jedoch relativ gefährlich, da die Masse der Aussteiger ihm normaler Weise immer überlegen ist. Nicht selten hat er mit mehr oder minder starken körperlichen Beeinträchtigungen zu rechen.

4. Der notorische Zeitungsleser

Die Gruppe, welche am exaktesten zu bestimmen ist, ist die der notorischen Zeitungsleser. Ein Exemplar dieser Passagier-Ausprägung ist immer im mittleren Alter, hat leichtes Übergewicht, schütteres Haar und ist mit einem Kaufhausanzug der unteren Preisklasse ausgestattet. Er tritt meistens in den frühen Morgenstunden und am späten Nachmittag in Begleitung eines Aktenkoffers aus Kunstleder in Erscheinung. Seiner Hauptaktivität geht ein lauter Öffnungsknall, hervorgerufen von den Schnallen seines Koffers, voraus. Gefolgt von einer Zeitungsentfaltungsarie, welche sich über mehrere Quadratmeter und Minuten erstrecken kann.

Auf ständigem Kriegsfuss steht er mit potenziellen Mitlesern. Im Gegensatz zu den anderen kritischen Passagiergruppen hat das Verhalten des notorischen Zeitungslesers jedoch den positiven Nebeneffekt, dass in seinem Umfeld kein Mitfahrer einschlafen und damit den richtigen Ausstiegspunkt verpassen kann.

5. Der Platzhalter

Auch wenn die Platzhalter überwiegend aus jungen Menschen bestehen; ein nicht geringer Prozentsatz stammt auch aus anderen Altersgruppen. Dann sind sie aber überwiegend weiblich. Weder die Personenfülle des Verkehrsmittels noch die Anwesenheit von hilfebedürftigen Personen hat dabei jedoch einen Einfluss auf das Vorgehen. Sitzplätze werden durch Taschen, Jacken, Plastiktüten oder gar Körperteilen vorreserviert. Dabei steht der beanspruchte Platz im doppelten Verhältnis zu den eigenen Körpermaßen.

Bei Zurrechtweisung durch andere Fahrgäste fügt sich der Platzhalter in der Regel immer wortlos. Er ist aber im Folgenden dann in der Lage durch subtile Einflussnahme die weitere Fahrt für seinen Züchtiger zu einer unangenehmen Angelegenheit werden zu lassen.