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„Wenn es drauf ankommt spielt Townes Van Zandt Solo! Jens Kupillas, ehemaliger Leadsänger, Gitarrist und Songschreiber der Berliner Rockband Disco Darlings, hat diese Lektion gelernt und tritt aus egomanischen Gründen bei ausgewählten Anlässen auch als Solist oder mit zweckdienlicher Bandbegleitung auf.

Dabei gerät der bei den Disco Darlings nur zu erahnende Einfluss von jahrzehntelangen Dylanstudien deutlicher zum Vorschein. Durch geschicktes Klauen bei einer Neil Youngeschen Bilderweltenästhetik, sowie dem Verwenden von Hank Williamsscher Untergangsvisionen und einem Johnny Cash Optimismus wird bewusst versucht dies zu kaschieren.

Während die „One-Man-Shows“ von Jens Kupillas eher von sparsamen Folk- und Singer/Songwriter-Klängen inspiriert sind, geht es im Bandkontext bedeutend rockiger zur Sache. In der Tradition von Musikstilen wie Indie-Rock, Alternative-Country und Southern Rock werden zusammen mit einer klassischen Gruppenformation musikalische Standpunkte vertreten.

Die aus gedanklicher Staatenlosigkeit resultierenden englischsprachigen Songs von Jens Kupillas werden dann gelegentlich durch deutsche Hymnen aufgelockert, um den eigenen Legitimitätsanspruch zu erfüllen. Dabei orientiert sich das perkussive Gitarrenspiel des Sängers unterbewusst an der Dynamik seines Gesangs und wird mangels Handfreiheit gelegentlich auch durch ein amateurhaftes Harmonikaspiel in den Solopassagen unterstützt.

Während andere versuchen stetig im Hamsterrad der Hitparade Wettrennen zu laufen oder als Scheißhausfliegen auf dem Rücken der Modernität kleben, verkündet Jens Kupillas durch seine Songs ein Plädoyer für die geistige Geschichte und der inneren Emigration zurück in die (eigene) Vergangenheit.“

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