Die vielen Poster des White Albums der Beatles

November 23, 2008

Gestern vor 40 Jahren ist das „White Album“ der Beatles erschienen. Den weißen Namen verdankte die Platte dem von Richard Hamilton gestalteten Cover.

Im wissenschaftlichen Diskurs über John Lennons halbherzige Antwort auf Paul McCartneys Sgt. Pepper-Konzept habe ich jüngst interessante Erkenntnisse gewonnen. Dem eigentlich selbstbetitelten Beatles-Album lagen nämlich neben vier größeren Bildern der einzelnen Fab-Four noch ein Poster bei.

Während sich auf der Rückseite des Plakats die Texte zu den Albumsongs befinden, ist auf der Vorderseite eine Fotocollage mit Bildern die John Kelley im Herbst 1968 aufgenommen hatte zu sehen. Von dieser Collage gab es jedoch unterschiedliche Versionen.

Ich bin in der glücklichen Situation sogar gleich zwei verschiedene Exemplare zu besitzen. Wie man auf den Fotos unten sehen kann sind auf einem Plakat mehr Bilder vorhanden. Unter anderem ist noch ein Foto von Ringo Starr mit Hut, eine halbnackte Frau und ein irrer Freak zu sehen. Die Gründe für diese Unterschiede sind mir allerdings völlig unklar.

An anderen Aufnahmen kann man jedoch hier erkennen, dass es noch mehr als zwei unterschiedliche Poster gab. Auf einer zensierten Version ist verständlicher Weise John Lennons nackter Körper samt Yoko Ono abgeschnitten worden und eine Zeichnung von ihm fehlt auch noch. Merke: Über die Beatles kann man immer noch neue Dinge herausfinden.

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Stonercountry von J. Stone & The Bankrobbers

November 18, 2008

Mit einer neuen Gitarre im Gepäck war es nun an der Zeit mit meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers endlich mal unsere Songs einzuspielen.

Obwohl ein Guerilla-Gig in einer Wohnung am Ostkreuz in Berlin-Friedrichshain am Abend zuvor noch an unserer Leistungsfähigkeit zehrte, haben wir am letzten Sonntagabend sechs Lieder Live aufgenommen.

In der Behausung vom Bandleader J. Stone und Drummer/Background-Sänger Monsieur le champignon kamen eine Menge neuer Files auf meinen Laptop. Nach zehn Stunden Dauermischen und Mastern von mir am folgenden Tag gibt es nun endlich hier was zu hören. Vorhang auf für Stonercountry aus Berlin!

01. Rock Paper Scissors
02. When Jesus Came To My Door
03. Scarecrow
04. I Don’t Really Care
05. The Day I Slaughtered My Cat
06. The Ballad Of Women


Mit der Baby-Taylor-Gitarre ganz groß raus kommen

November 17, 2008

Aus purer Verzweiflung habe ich mir letzte Woche eine neue Western-Gitarre gekauft. Genervt vom ewigen Schleppen und eingeengt beim DVD-Konsum vor dem Fernseher: Die Wahl viel diesmal auf eine kleine und handliche ¾-Kindergitarre. Und zwar auf eine Baby Taylor.

Als ich im Sommer mit großem Erschrecken feststellte, keine Gitarre in der kleineren ¾-Größe zu besitzen, war ich in Panik kurz davor sofort eine billige Kaufhausgitarre von der Stange zu erwerben. Die Ermahnungen von Freunden führten dann jedoch zu einer eher nüchternen Einschätzung der delikaten Situation.

Nach dem Sondieren der Lage stand dann vom Preis/Leistungs-Verhältnis fast nur noch eine Baby Taylor in der Dreadnought-Form zur Auswahl. Als ich ein auf Reisen durch Thailand gespieltes Exemplar bei dem Bassisten meiner Stoner-Country-Band J. Stone & The Bankrobbers Probespielen durfte, war es um mich geschehen. Ich habe mir sofort eine Ausgabe im Internet bestellt.

Eine Akustik-Gitarre von der kalifornischen Marke Taylor stand zwar schon öfters zur Debatte, jedoch wollte ich an die 1974 gegründete Firma nie so richtig glauben. In diesem Bereich kommen für mich eigentlich nur Instrumente des Herstellers Martin aus Nazareth, Pennsylvania in Frage. Mit Abstufungen sind vielleicht auch noch für den Bühneneinsatz die soliden japanischen Gitarren von Takamine zu empfehlen. Auch die deutsche Marke Höfner soll in dem Bereich nicht schlecht sein.

Die seidenmatte Baby Taylor gibt es in vier verschiedenen Holz-Variationen: In Mahagoni, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminierter Sapele, in Fichte mit Boden und Zargen aus laminiertem Ahorn und in einer etwas größeren 7/8-Version (auch in einer Linkshändlerversion). Die Wahl viel dann bei mir auf die Mahagoni-Ausgabe des Instrumentes, da diese Holzart in dem Ruf steht von der Klangcharakteristik etwas basslastiger zu sein. Bei einer winzigen Gitarre wohl die ersten Frequenzen, die wahrscheinlich verschwinden dürften, welche aber für meine Musik relativ wichtig sind.

Innerhalb von zwei Tagen war das in Mexiko gebaute Instrument bei mir im Briefkasten. Inklusive schöner und stabiler Tasche. Sofort wurden vierzehn Lieder aufgenommen um die Gitarre gründlich zu testen. Und das Ergebnis hat selbst mich etwas überrascht.

Die Klampfe ist super leicht (ca. 1,5 kg), klein (ca. 86 cm) und der Hals kann sogar noch abgeschraubt werden, womit das Gerät in jeden handelsüblichen Trenchcoat passen dürfen. Spielen lässt sich die Kleine auch total flüssig, leicht und einfach. Auch die kleinere Mensur (mit 57,8 cm ca. 7 cm kürzer als die einer „normalen“ Gitarre) bereitet beim normalen Akkordspielen, sogar mit Kapodaster, keine nennenswerten Schwierigkeiten.

Die Reisegitarre ist robust verarbeitet und besonders die Stimmmechaniken lassen sich gut bedienen. Die Decke ist aus massiven amerikanischem Mahagoni und die Boden und Zargen aus laminierter Sapele gefertigt. Das wichtigste jedoch: Der Klang unterscheidet sich kaum von denen von großen Gitarren. Natürlich ist der Bassbereich aufgrund der Körpergröße etwas eingeschränkter, alle Saiten klingen trotzdem sehr ausgewogen und voluminös.

Ein Höreindruck vermittelt das erste auf dem neuen Instrument gespielte und aufgenommene Lied: Autumn Song. Mit diesem neuem Baby im Schrank wird in Zukunft hoffentlich das für Musiker übliche Equipment schleppen etwas reduziert. Gerade noch rechtzeitig zugeschlagen.

Der Taylor-Gründer Bob Taylor erklärt seine Baby Taylor:


Bruce Springsteen, Halloween und der Jersey Devil

November 1, 2008

Halloween nervt sicher fast so stark wie Karneval, Oktoberfest oder Loveparade. Dieser kommerzialisierte amerikanische Brauch irischem Ursprungs interessiert mich demzufolge genauso wenig wie Valentinstag, Vatertag oder Sylvester. Wenn Bruce Springsteen aber einen schmutzigen Blues am Kürbisfest zum freien Download anbietet, ist das jedoch schon eine ganz andere Sache.

Nach dem ersten Hören konnte ich allerdings gar nicht glauben, dass da der Boss hinter dem Song über den Jersey Devil stecken soll. Ein von Chess-Künstlern beeinflusster dreckiger Blues im harten Lofi-Sound-Gewand mit verzerrten Gesang hörte sich irgendwie nicht nach dem Rockstar aus Jersey an. Vielleicht nur ein schlechter Halloween-Scherz?

Das zugehörige unheimliche Video bestätigte mir dann aber doch die wirkliche Urheberschaft des angekündigten Protagonisten. Dort kann man Springsteen in theatralischen Posen, welche an Robert De Niro oder den späten Bob Dylan erinnern, sehen. Zwar ist der Track keine neue Hit-Single, aber ein solider B-Song des musikalischen Gewissens Amerikas.

Es scheint, als wolle der Musiker seinen Aussagen, dass er im Moment seine beste Musik macht und diese nun auch schneller und häufiger veröffentlich will, damit besonderem Nachdruck verleihen. Auf seiner Website schreibt der Boss, dass der Song eine kleine Freude für seine Freunde und Fans zum Halloween-Fest sei: “Dear Friends and Fans, If you grew up in central or south Jersey, you grew up with the „Jersey Devil.“ Here’s a little musical Halloween treat. Have fun!” Ein typisch amerikanischer (Alb-)Traum also.

Den Song kann man sich hier runterladen. Das ist das Video dazu: