Zusammen mit den Trashlords im Kulturpalast

kulturpalast

Am letzten Mittwoch (22.10.2008) hatte ich die Ehre im Kulturpalast in meiner alten Heimat Hannover-Linden ein paar Songs zu singen. Im Rahmen des Mittwochspalast wurden eine eher akustische Instrumentierung erwartet.

Begleitet wurde ich dem Anlass angemessen von der mir loyalen Hannoveraner Band The Trashlords. Mit nur zwei Proben hatte die Gruppe einen fantastischen Job absolviert und das Gefühl des “nach Hause kommens” bei mir nachhaltig verstärkt.

Dem Konzert lag der Grundgedanke zugrunde, die informellen Wohnzimmer-Sessions, die wir bereits seit Weihnachten 2007 immer wieder mal in Hannover abgehalten haben, auch einmal auf die Bühne zu bringen. In einem Zeitraum von ungefähr einem halben Jahr hatten wir mit den unterschiedlichsten Leuten an den unterschiedlichsten Instrumenten um die 140 Songs mit meinem Laptop aufgenommen.

Die größtenteils als “First Take” eingespielten Lieder waren meistens Eigenkompositionen von Cyman Lee oder von mir. Wir sangen allerdings auch einige Coverversionen. Hier und hier hatte ich darüber schon einmal detaillierter berichtet.

Da ich das Konzert gebucht hatte und über die größten egomanischen Vorraussetzungen der ganzen Gruppe verfüge, war es nur folgerichtig bei dem Konzert auch ausschließlich Songs von mir zu spielen. Ein besonderes Highlight dürfte dabei die Zugabe mit dem zum ersten Mal Live aufgeführten 16-Minuten-Song Fotos von den Tagen sein.

Und wie es sich für die Web 2.0 affine Zielgruppe richtig verhält, wurde dieser Event medial größtmöglichst ausgeschlachtet. Mit meinem neuem Zoom H2 Handy Recorder habe ich das Konzert, sowie die zweite und letzte Probe mitgeschnitten. Zudem hat mein Vater das komplette Konzert mit einer Digitalkamera festgehalten. Außerdem haben mein Bruder und Sven Missullis Bilder und kurze Videos mit iPhone und Handy gemacht.

Das Konzert hatte mir dann auch Spaß bereitet wie selten zuvor. Ein ausschließlich positives Feedback erweckte bei mir den Eindruck, dass es auch dem überschaubaren Publikum gefallen hatte. Das schönste Kompliment kam allerdings von meinem Vater, der zusammen mit meiner Mutter zum ersten Mal ein Konzert von mir live miterleben durfte: Er attestierte mir eine große künstlerische Weiterentwicklung in den letzten Jahren. Und mehr als das man immer weiter Fortschritte macht, kann man sich als Musiker und Künstler auch gar nicht wünschen.

Setlist:
01. You’re The One That Got Away
02. Let’s Play Hardball
03. Without Feathers You Can’t Fly
04. Big Buildings And Small Faces
05. Nice Guys Finish Last
06. Gettin’ Even
07. Western Adventure
08. Almost Empty
09. Auf verlorenem Posten
10. Zu gut für diese Welt
11. Red Carpet Events
12. Lest we Forget
13. Fotos von den Tagen

Mit den Trashlords im Kulturpalast, Hannover 2008:
“Big Buildings And Small Faces”


“Fotos von den Tagen”

Mit dem ZOOM H2 Recorder zum Bootlegger

Zugegeben: Ich war enttäuscht und sogar etwas geschockt, als ich meinen neuen Handy-Recorder ZOOM H2 aus der Verpackung nahm. Das Design und die Verarbeitung versetzten mich erst einmal zurück in die düsteren 1980er-Jahre meiner frühen Jugend.

Ein einfaches Plastikgehäuse aus den Tigerstaaten, eine extrem kleine LCD-Anzeige wie von einer Billig-Uhr aus dem Kaugummiautomaten und Druckknöpfe wie von einer Spielkonsole der ersten No-Name-Generation. Dazu keine im Lieferumfang beinhalteten Batterien, eine mitgelieferte Speicherkarte mit nur 512 MB und zu allem Überfluss erkennt dann auch mein Mac-Computer das USB-Gerät nicht richtig.

Dabei war alles so schön durchdacht: Endlich, nach Jahrzehnten der Konzertmitschnitte mit geliehenen MP3- und MiniDisc-Rekordern, schlechten Proberaumaufnahmen mit analogen Tapedecks oder digitalen Handys und Laptops, sowie verpassten Interviewchancen, eigene Aufnahmen in solider Qualität selber machen können. Nachdem ich dem Gerät bei mehreren Freunden aus der Ferne beim Dauereinsatz zuhören konnte, musste ich dann schließlich auch selbst zugeschlagen.

Die technischen Daten bestätigten meine Erwartungen an so ein Gerät: Aufnahme von zwei oder vier Kanälen simultan, Compressor/Limiter, eingebauter Chromatic Tuner und Metronom, Aufnahme im variablen MP3-Format oder sogar als unkomprimiertes Wav-File, Normalizing Funktion, USB-Schnittstelle, 90° und 120° Stereoaufnahmen oder 360° Surround Aufnahmen und die Speicherung auf SD Karten.

Außerdem kann der handliche ZOOM H2 (er hat etwa nur die Größe einer Zigarettenschachtel) auch als USB-Interface für den Computer und als Mikrophone verwendet werden. Von Vorteil sind zudem die mitgelieferten Gegenstände wie Stativ, Mikroständeradapter, Windschutz, Netzteil, Kopfhörer und diverse Kabel.

Hinzu kommt der Dumping-Preis von aktuell nur um die 190 Euro. Exakt die richtige Preisklasse für solche Apparate. Denn wenn man mehr ausgeben muss, macht dann eher ein kleines richtiges Recording-Setup mit Laptop, Audio-Interface und externen Mikrophonen Sinn. Auch fast ausschließlich gute Testberichte und Konsumentenreports lassen den ZOOM H2 so gut wie ohne Konkurrenz erscheinen.

Überzeugen tut der Recorder dann aber erst wirklich, wenn man das Ergebnis dessen hört, warum man diese Anschaffung überhaupt erst getätigt hat: Die Aufnahme wirkt sehr klar, rauschfrei und räumlich sehr gut dargestellt. Außerdem scheinen Erschütterungen oder Hintergrundgeräusche verhältnismäßig wenig mit auf die Aufnahme zu gelangen.

Mit der näheren Beschäftigung mit dem ZOOM H2 wich dann bei mir auch die erste Schockstarre. Das Gerät hat nämlich für mich genau die richtigen Vorteile: Preiswert, klein und handlich, normaler Batteriebetrieb, geringes Eigenrauschen, genügend externe Anschlussmöglichkeiten für Mikrophone, Kopfhörer und andere Geräte, eine einfache Bedienung und nicht zuletzt ein extrem guter Grundsound.

Ich brauche den Rekorder schließlich nicht um professionelle Studioaufnahmen zu machen oder um hochwertiges Equipment zu ersetzten. Nur für die schnelle, unkomplizierte und anspruchslose Aufnahme für nebenbei habe ich mir das Gerät zugelegt. Und diese Erwartungen werden bis jetzt erfüllt.

In Zukunft wird also mir und meinem ZOOM H2 kein Konzert, kein Interview, keine Songidee und keine Musikprobe mehr entgehen. Und dies ist auch durchaus als akustische Drohung meinerseits zu verstehen.

Unten kann man sich eine erste Testaufnahmen mit dem Gerät anhören und runterladen. Ich habe jedoch selbstverständlich nachträglich mit Cubase von Steinberg noch einige akustische Feinabstimmungen vorgenommen.

Without Feathers You Can’t Fly (Proberaummitschnitt meiner damaligen Band im ursprünglichen 160-MP3-Format)

Gewonnen!

Ich habe doch tatsächlich gestern (10. Oktober 2008) mit J. Stone & The Bankrobbers den von der zitty gesponserten Singer & Songwriter Contest im art.gerecht gewonnen. Meine Rolle bei der Angelegenheit war die des “Chef-Mandolisten”, Mundharmonikabläsers und Backgroundsängers.

Publikum und Band waren guter Laune und ich habe es selten in einem kleinen Laden ein so euphorisches Konzert erlebt. Vor allem nicht, wenn ich noch selber auf der Bühne stand. YouTube-Videons und Bilder werden folgen. Ich bin gespannt, wie sich dieses Country- und Bluegrass-Projekt in Zukunft noch weiter entwickelt.

Update:

Unser erstes, etwas kontrollierteres Set als Video mit den Songs:
1. Rock Paper Scissors
2. The Ballad Of Women
3. When Jesus Came To My Door