Zusammen mit den Trashlords im Kulturpalast

Oktober 28, 2008

kulturpalast

Am letzten Mittwoch (22.10.2008) hatte ich die Ehre im Kulturpalast in meiner alten Heimat Hannover-Linden ein paar Songs zu singen. Im Rahmen des Mittwochspalast wurden eine eher akustische Instrumentierung erwartet.

Begleitet wurde ich dem Anlass angemessen von der mir loyalen Hannoveraner Band The Trashlords. Mit nur zwei Proben hatte die Gruppe einen fantastischen Job absolviert und das Gefühl des „nach Hause kommens“ bei mir nachhaltig verstärkt.

Dem Konzert lag der Grundgedanke zugrunde, die informellen Wohnzimmer-Sessions, die wir bereits seit Weihnachten 2007 immer wieder mal in Hannover abgehalten haben, auch einmal auf die Bühne zu bringen. In einem Zeitraum von ungefähr einem halben Jahr hatten wir mit den unterschiedlichsten Leuten an den unterschiedlichsten Instrumenten um die 140 Songs mit meinem Laptop aufgenommen.

Die größtenteils als “First Take” eingespielten Lieder waren meistens Eigenkompositionen von Cyman Lee oder von mir. Wir sangen allerdings auch einige Coverversionen. Hier und hier hatte ich darüber schon einmal detaillierter berichtet.

Da ich das Konzert gebucht hatte und über die größten egomanischen Vorraussetzungen der ganzen Gruppe verfüge, war es nur folgerichtig bei dem Konzert auch ausschließlich Songs von mir zu spielen. Ein besonderes Highlight dürfte dabei die Zugabe mit dem zum ersten Mal Live aufgeführten 16-Minuten-Song Fotos von den Tagen sein.

Und wie es sich für die Web 2.0 affine Zielgruppe richtig verhält, wurde dieser Event medial größtmöglichst ausgeschlachtet. Mit meinem neuem Zoom H2 Handy Recorder habe ich das Konzert, sowie die zweite und letzte Probe mitgeschnitten. Zudem hat mein Vater das komplette Konzert mit einer Digitalkamera festgehalten. Außerdem haben mein Bruder und Sven Missullis Bilder und kurze Videos mit iPhone und Handy gemacht.

Das Konzert hatte mir dann auch Spaß bereitet wie selten zuvor. Ein ausschließlich positives Feedback erweckte bei mir den Eindruck, dass es auch dem überschaubaren Publikum gefallen hatte. Das schönste Kompliment kam allerdings von meinem Vater, der zusammen mit meiner Mutter zum ersten Mal ein Konzert von mir live miterleben durfte: Er attestierte mir eine große künstlerische Weiterentwicklung in den letzten Jahren. Und mehr als das man immer weiter Fortschritte macht, kann man sich als Musiker und Künstler auch gar nicht wünschen.

Setlist:
01. You’re The One That Got Away
02. Let’s Play Hardball
03. Without Feathers You Can’t Fly
04. Big Buildings And Small Faces
05. Nice Guys Finish Last
06. Gettin’ Even
07. Western Adventure
08. Almost Empty
09. Auf verlorenem Posten
10. Zu gut für diese Welt
11. Red Carpet Events
12. Lest we Forget
13. Fotos von den Tagen

Mit den Trashlords im Kulturpalast, Hannover 2008:
„Big Buildings And Small Faces“


„Fotos von den Tagen“


Mit dem ZOOM H2 Handy Recorder zum Bootlegger

Oktober 12, 2008

Zugegeben: Ich war schon enttäuscht und sogar etwas geschockt, als ich meinen neuen Handy-Recorder ZOOM H2 aus der Verpackung nahm. Das Design und die Verarbeitung versetzten mich zurück in die düsteren 1980er Jahre meiner frühen Jugend.

Ein einfaches Plastikgehäuse aus den Tigerstaaten, eine extrem kleine LCD-Anzeige wie von einer Billig-Uhr aus dem Kaugummiautomaten und Druckknöpfe wie von einer Spielkonsole der ersten No-Name-Generation. Dazu keine im Lieferumfang beinhalteten Batterien, eine mitgelieferte Speicherkarte mit nur 512 MB und zu allem Überfluss erkennt dann auch mein Computer das USB-Gerät nicht richtig.

Dabei war alles so schön durchdacht. Endlich, nach Jahrzehnten von wenigen Konzertmitschnitten mit geliehenen MP3- und MiniDisc-Recordern, schlechten Proberaumaufnahmen mit analogen Tapedecks oder digitalen Handys und Laptops sowie verpassten Interviewchancen, eigene Aufnahme in solider Qualität selber machen. Nachdem ich dem Gerät bei mehreren Freunden aus der Ferne beim Dauereinsatz zuhören konnte, habe ich dann schließlich auch selbst zugeschlagen.

Die technischen Daten bestätigten meine Erwartungen an so ein Gerät: Aufnahme von zwei oder vier Kanälen simultan, Compressor/Limiter, eingebauter Chromatic Tuner und Metronom, Aufnahme im variablen MP3-Format oder sogar als unkomprimiertes Wav-File, Normalizing Funktion, USB-Schnittstelle, 90° und 120° Stereoaufnahmen oder 360° Surround Aufnahmen und die Speicherung auf SD Karten.

Außerdem kann der handliche ZOOM H2 (er hat etwa nur die Größe einer Zigarettenschachtel) auch als USB-Interface für den Computer und als Mikrophone verwendet werden. Von Vorteil sind zudem auch die mitgelieferten Gegenstände wie Stativ, Mikroständeradapter, Windschutz, Netzteil, Kopfhörer und diverse Kabel.

Hinzu kommt der Dumping-Preis von nur um die 190 Euro. Exakt die richtige Preisklasse für solche Apparate. Denn wenn man mehr ausgeben muss, macht dann eher ein kleines richtiges Recording-Setup mit Laptop, Audio-Interface und externen Mikrophonen Sinn. Auch fast ausschließlich gute Testberichte und Konsumentenreports lassen den ZOOM H2 so gut wie ohne Konkurrenz erscheinen.

Überzeugen tut der Recorder dann aber erst wirklich, wenn man das Ergebnis dessen hört warum man diese Anschaffung überhaupt erst getätigt hat: Die Aufnahme wirkt sehr klar, rauschfrei und räumlich sehr gut dargestellt. Außerdem scheinen Erschütterungen oder Hintergrundgeräusche verhältnismäßig wenig mit auf die Aufnahme zu gelangen.

Mit der näheren Beschäftigung mit dem ZOOM H2 wich dann bei mir auch die erste Schockstarre. Das Gerät hat nämlich für mich genau die richtigen Vorteile: Preiswert, klein und handlich, normaler Batteriebetrieb, geringes Eigenrauschen, genügend externe Anschlussmöglichkeiten für Mikrophone, Kopfhörer und andere Geräte, eine einfache Bedienung und nicht zuletzt ein extrem guter Grundsound.

Ich brauche den Rekorder schließlich nicht um professionelle Studioaufnahmen zu machen oder um hochwertiges Equipment zu ersetzten. Nur für die schnelle, unkomplizierte und anspruchslose Aufnahme für nebenbei habe ich mir das Gerät zugelegt. Und diese Erwartungen werden bis jetzt erfüllt.

In Zukunft wird also mir und meinem ZOOM H2 kein Konzert, keine Songidee und keine Musikprobe mehr entgehen. Und dies ist auch durchaus als akustische Drohung meinerseits zu verstehen.

Unten kann man sich zwei erste Testaufnahmen mit dem Gerät anhören und runterladen. Ich habe jedoch selbstverständlich nachträglich mit Cubase von Steinberg noch einige akustische Feinabstimmungen vorgenommen.

Without Feathers You Can’t Fly (Proberaummitschnitt meiner Band im ursprünglichen 160-MP3-Format)

In Every Life A Little Rain Must Fall (Soloaufnahme, nachts im Bett im Wav-Format)


Gewonnen!

Oktober 11, 2008

Ich habe doch tatsächlich gestern (10. Oktober 2008) mit J. Stone & The Bankrobbers den von der zitty gesponserten Singer & Songwriter Contest im art.gerecht gewonnen. Meine Rolle bei der Angelegenheit war die des „Chef-Mandolisten“, Mundharmonikabläsers und Backgroundsängers.

Publikum und Band waren guter Laune und ich habe es selten in einem kleinen Laden ein so euphorisches Konzert erlebt. Vor allem nicht, wenn ich noch selber auf der Bühne stand. YouTube-Videons und Bilder werden folgen. Ich bin gespannt, wie sich dieses Country- und Bluegrass-Projekt in Zukunft noch weiter entwickelt.

Update:

Unser erstes, etwas kontrollierteres Set als Video mit den Songs:
1. Rock Paper Scissors
2. The Ballad Of Women
3. When Jesus Came To My Door


Wo man in Berlin noch Platten und CDs kaufen kann

Oktober 4, 2008

recordstore

Es gibt bestimmt nicht viele Branchen in denen sich noch mehr Schlitzohren, Abzocker und schwarze Scharfe herumtreiben als im Musikinstrumentenhandel. Der Tonträgerhandel kann es jedoch locker mit jedem überteuerten Gitarrenladen aufnehmen. Trotzdem gibt es gerade in Berlin erwähnungswerte Etablissements für den Erwerb von Musik.

Verlierer des neumodischen Mediums Internet gibt es sicher fast so viele wie es dort MySpace-Profile gibt: Plattenindustrie, Zeitungsverlage, Werbung- und Pornohasser, sowie Freunde der gepflegten direkten Kommunikation. Auch wenn wahrscheinlich die Vorteile des weltweiten Irrgarten im Grunde überwiegen: Der gemütliche Plattenladen gehört sicher auch zu den Benachteiligten dieser beispiellosen revolutionären Erfindung.

Nicht nur, dass man in der digitalen Welt bequem von Zuhause am Computer seltene Tonträger einkaufen kann. Meistens sind die Produkte bei amazon (insbesondere deren genialer Erfindung der zshops), jpc, ebay und anderen Anbietern auch noch weitaus preiswerter.

Hinzu kommt ein gigantisches Angebot und ein durch globaler Kapitalpotenz ermöglichter Rund-um-die-Uhr-Service, mit dem kein kleiner Plattenladen mithalten kann. Vom Universum der legalen und illegalen Downloadportale ganz zu schweigen.

Auch Elektrogroßhändler wie Media Markt oder Saturn bieten kaum zu unterbietende Angebotspreise und sägen damit schon länger am Ast der kleinen Geschäfte. Eine Anonymität bei Einkaufen in riesigen Hallen kann für kommunikationsscheue Individuen auch von Vorteil sein.

Das Geldausgeben in solchen Konsumtempeln mag aus vielen berechtigten politischen und persönlichen Gründen meistens kein Geschenk sein; gerade für Geizhälse oder für nicht über genügend Privatkapital verfügende Zeitgenossen ist der Preisvorteil jedoch oft ein ausschlaggebendes Argument.

Trotzdem liegen die Vorteile eines Tonträgerfachgeschäfts mit einer Quartradmeterzahl von unter 1000 klar auf der Hand: Im Idealfall eine gemütliche Atmosphäre, kompetente Beratung, direkte musikalische Eins-zu-Eins-Kontrolle und die Möglichkeit des sofortigen Instant-Konsums mit folgenden haptischen Glückserlebnis.

Und selbst wenn man heutzutage wieder verstärkt in Großmärkten und Internetanbietern überwiegend neues Vinyl erwerben kann: Für Liebhaber und Sammler des alten schwarzen Plattengoldes bleibt der gut sortierte Plattenladen ein relevanter Ort.

Das Berlin mit die besten Geschäfte Deutschlands in diesem Bereich zu bieten hat, ist hinlänglich bekannt. Im folgenden habe ich meine subjektiven Favoriten aufgelistet. Dies bedeutet, dass hierbei Läden mit dem Fokus auf Techno/Electronic, Hip Hop, Jazz oder Klassik keine wirklich große Rolle spielen.

Neben den Flohmärkten am Mauerpark oder auf dem Boxhagener Platz sind dies meine Hauptquellen für den direkten Musikkonsum. Allerdings nicht auszuschließen, dass schon morgen wieder ein neuer Laden entdeckt wird.

The Recordstore Berlin

Vinyl Only! Sicher der Standard der Stadt, wenn es um ältere amerikanische Musik wie Country, Folk, Blues, Jazz, Soul und Rock ‘N’ Roll geht. Kein anderer Laden hat so viele Originalausgaben und wertvolle Plattenschätze. Gespeist wird das Geschäft von „Field-Trips“ und Kontakte des Besitzers in den Süden der USA.

Selbst große Plattenfirmen sollen sich hier verschollene Aufnahmen für Wiederveröffentlichungen neu besorgen. Das relativ hohe Preisniveau wird meistens durch die Exklusivität der Ware legitimiert und ist in der Regel vollkommen angemessen. Kompetente Beratung, aber nicht immer was für moderne Schnäppchenjäger mit knapper Kasse.

Brunnenstrasse 186
10119 Berlin


Unter den Gleisen

Mit Sicherheit einer der größten Plattenläden im Herzen Berlins. Im großen Keller gibt es altes und neues Vinyl im Überfluss. Dazu viele CDs. Besonders erfreulich ist die üppige Auswahl an Bootlegs, Musik-DVDs und Boxsets. Freundliche Bedienung und durchschnittliche Preise.

Friedrichstrasse 128
10117 Berlin

Mr. Dead & Mrs. Free

Einer der legendärsten Plattenläden der Republik am Nollendorfplatz in Schöneberg, der es sogar zu einer eigenen Geschichte im Spiegel gebracht hat. Rockstars wie Bela B. sollen hier ein eigenes Fach hinter dem Tresen besitzen.

Klein, aber sehr gut sortiert und mit die beste Auswahl an Country- und Folk CDs in der Stadt. Entgegen dem angeblich schlechten Ruf über die Unfreundlichkeit der Bedienung bin ich hier immer sehr freundlich und kompetent beraten worden.

Bülowstrasse 5
10783 Berlin

Da Capo Schallplatten

Ein uriger Laden in der Kastanienallee im Prenzlauer Berg mit einem angeschlossenen Antiquariat. Überwiegend Second Hand Platten. Viel DDR-Vinyl und sogar Schellack ist noch vorhanden. Ein muffiger und liebevoll dekorierter Plattenladen wie aus einer vergangenen Zeit. Und einer der wenigen Orte wo man vielleicht noch Raritätenschnäppchen machen kann.

Kastanienallee 96
10435 Berlin

Power Park Schallplatten

Da ich schon öfter bei den Jungs auf dem Flohmarkt am Mauerpark Platten gekauft habe, musste ich mir dann auch mal deren Laden anschauen. Und der macht dann auch einen soliden Eindruck.

Drei Räume in Friedrichshain mit guter Vinyl-Auswahl und einem umfassenden Angebot von Hardcore über Clubsounds bis hin zu Jazz und Country. Auch freundliche und entgegenkommende Verkäufer.

Ich habe dort gleich zwei schöne Country-Scheiben (George Jones und Waylon Jennings) und zwei MPS-Vinyl erworben. Dort schaue ich jetzt öfters mal vorbei.

Niederbarnimstraße 11
10245 berlin

Zweistausendeins-Shop

Berliner Verkaufsstelle des von Kinowelt aufgekauften „Alt-68er-Versandhandels“. Unterbietet vom Preis alles in der realen und sogar digitalen Welt. Kaum Vinyl. Sehr nette Verkäufer und immer wieder eine Reise nach Charlottenburg wert.

Kantstraße 41-42
Und jetzt neuer Laden:
Friedrichstr. 119