Franz Schöler interviewte Eroc für den Rolling Stone

Andere Zeiten, andere Hörgewohnheiten. Das im Zeichen von digitaler Musikrezeption und Lauheitswahn die meiste Musik überkomprimiert wird ist hinlänglich bekannt. Die letzten Alben von Bands wie den Red Hot Chili Peppers, den Arctic Monkeys oder den Foo Fighters sind alleine vom Klang kaum noch ohne Ohrenschmerzen komplett und in voller Länge zu ertragen. Mastering-Guru Eroc hat im Rolling Stone zum gegenwärtigen Status der Musikproduktion eindeutig Stellung bezogen.

Für das Hören von Musik über MP3-Player, im Internet oder im Fernsehen ist es aus kommerziellen Gründen wichtig das sie laut ist. Laute Klänge werden zunächst vom unbedachten Hörer als Qualität und als was Besonders wahrgenommen und erheben sich dadurch über die Konkurrenz. Deswegen wurden in den letzten Jahren Musikaufnahmen immer stärker an die digitale 0 db Schranke heran komprimiert. Unter anderem werden dadurch leise Passagen und Töne an die Lauten angeglichen. Die Folge: kaum noch Unterschiede in der Dynamik, Frequenz und im Klang; dafür aber besonders laute Aufnahmen.

Mit Rolling Stone Autor Franz Schöler trifft dann im Interview auf Eroc ein weiterer Musikspezialist. Er lässt Eroc erzählen und dabei werden die wesentlichen Punkte der Thematik umfangreich besprochen. Von den Vorteilen einer analogen Aufnahme, über die Möglichkeiten der heutigen “Computer-Kids” bis hin zur Verdrängung von renommierten Aufnahmepalästen durch gefährliches Halbwissen.

Das Eroc oftmals belehrend oder gar dogmatisch daher kommt, ändert nichts an der Tatsache, dass er in den meisten Punkten nicht Unrecht hat. Über seine Qualitäten als Soundtechniker mag sich mancher noch streiten, seine Aussagen treffen hier jedoch meistens den Kern der Problematik. Mögen diese lesenwerten Worte auch ohne Kompression durchdringen zu Allen die es betrifft.

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