Fast ein Jahr nachdem der großartige Toningenieur Geoff Emerick seine Biografie unter anderem über seine Zeit mit den Beatles veröffentlicht hat, wurde er von der Instanz FAZ im Dezember 2007 interviewt. Wieder macht einer der sympathischsten Protagonisten des britischen Popzirkus der 1960er Jahre seinem Ruf als einer der ehrlichsten Teilnehmer alle Ehre. Und einige der Beatlesplatten hat selbst er aus Protest noch gar nicht gehört.
Im wesentlichen liefert das interview auch schon im Emericks Buch ausführlicher erzählte Anekdoten aus dem Aufnahmeleben den Fab Four: Wie John Lennon auf einmal wie der Dalai Lama auf einem entfernten Berggipfel klang, das nach dem Indienaufenthalt der Beatles alles anders und vor allem lauter war und das bei dem Song Ob-La-Di, Ob-La-Da die Situation im Studio endgültig eskalierte.
Eines ist allerdings neu: Mag Emerick sonst immer von seinem ehemaligen Lehrmeister George Martin nur in den höchsten Tönen sprechen, rechnet er mit dem jüngsten Projekt Love des ehemaligen Beatlesproduzenten unter anderem mit den Worten „So etwas macht man doch nicht!“ gnadenlos ab.
Damit spricht er wahrscheinlich vielen Beatles Fans aus der Seele. Und auch sein Einwand, dass man im nachhinein keine großen Kunstwerke verändern sollte, hat seine Berechtigung. Geoff Emerick kann anscheinend keine gute Miene zum für ihn bösen Spiel machen. Hoffentlich hört man dann bald wieder mal was von ihm.
Geoff Emerick und sein Co-Autor Howard Massey sprechen über das Buch und Geoffs Zeit mit den Beatles: