Franz Schöler interviewte Eroc für den Rolling Stone

Januar 11, 2008

Andere Zeiten, andere Hörgewohnheiten. Das im Zeichen von digitaler Musikrezeption und Lauheitswahn die meiste Musik überkomprimiert wird ist hinlänglich bekannt. Die letzten Alben von Bands wie den Red Hot Chili Peppers, den Arctic Monkeys oder den Foo Fighters sind alleine vom Klang kaum noch ohne Ohrenschmerzen komplett und in voller Länge zu ertragen. Mastering-Guru Eroc hat im Rolling Stone zum gegenwärtigen Status der Musikproduktion eindeutig Stellung bezogen.

Für das Hören von Musik über MP3-Player, im Internet oder im Fernsehen ist es aus kommerziellen Gründen wichtig das sie laut ist. Laute Klänge werden zunächst vom unbedachten Hörer als Qualität und als was Besonders wahrgenommen und erheben sich dadurch über die Konkurrenz. Deswegen wurden in den letzten Jahren Musikaufnahmen immer stärker an die digitale 0 db Schranke heran komprimiert. Unter anderem werden dadurch leise Passagen und Töne an die Lauten angeglichen. Die Folge: kaum noch Unterschiede in der Dynamik, Frequenz und im Klang; dafür aber besonders laute Aufnahmen.

Mit Rolling Stone Autor Franz Schöler trifft dann im Interview auf Eroc ein weiterer Musikspezialist. Er lässt Eroc erzählen und dabei werden die wesentlichen Punkte der Thematik umfangreich besprochen. Von den Vorteilen einer analogen Aufnahme, über die Möglichkeiten der heutigen „Computer-Kids“ bis hin zur Verdrängung von renommierten Aufnahmepalästen durch gefährliches Halbwissen.

Das Eroc oftmals belehrend oder gar dogmatisch daher kommt, ändert nichts an der Tatsache, dass er in den meisten Punkten nicht Unrecht hat. Über seine Qualitäten als Soundtechniker mag sich mancher noch streiten, seine Aussagen treffen hier jedoch meistens den Kern der Problematik. Mögen diese lesenwerten Worte auch ohne Kompression durchdringen zu Allen die es betrifft.


Jedi-Kirche in Wales gegründet

Januar 7, 2008

Die Mythologie des Star Wars Universum ist dafür verantwortlich, dass Regie-Entgleisungen, Darsteller-Fehlbesetzungen, Hollywood-Kitsch und zweitklassige Charaktere der Faszination für die Filme nicht viel anhaben konnten.

Die aus den unterschiedlichsten kulturellen und historischen Elementen bestehende Geschichte – vom Western bis zur Muppet-Show; von Caesars Ermordung bis zu Hitlers Machtergreifung – hat eine Erzähldichte wie kaum ein anderes Werk der letzten Jahrzehnte. Wie die BBC berichtete sind jetzt zwei Brüder aus Wales dem Beispiel von vielen Anhängern im Internet gefolgt und haben die UK Church Of The Jedi gegründet.

Der 26jährige Barney und der 21jährige Daniel wollen für alle Interessierte als Meister Jonbo Hehol und Meister Morda Hehol Predigten über die Macht abhalten und den richtigen Umgang mit dem Lichtschwert und Meditationstechniken lehren.

Eine wichtige Frage stellt sich dem aufmerksamen Leser allerdings sofort: Wird wie bei den echten Jedi aus dem Star Wars Universum die Auseinandersetzung mit der dunklen Seite der Macht überwiegend ausgespart? Oder findet nun endlich auch bei den Vertretern der hellen Seite der Macht eine längste überfällige Beschäftigung mit dem lange verpönten negativen Gegenstück statt?

Schließlich war die mangelnde Kenntnis und der Umgang mit den dunklen Kräften eine der wesentlichen Ursachen für den Untergang der Jedi-Kultur in der dritten Star Wars Episode Revenge Of The Sith. Und auch Luke Skywalker konnte seinen bösen Vater Anakin a.k.a. Darth Vader im sechsten Teil nur mit Hilfe der dunklen Macht besiegen und so die Balance wieder herstellen.

Ein weiterer wichtiger Punkt sind die Anwälte der Finsternis: Während die bösen Sith Lords, deren Tradition sich der Imperator ebenso wie Darth Vader verpflichtet fühlten, immer nur als ein einziges Duo in Erscheinung traten, wird unter Fans schon lange über die Existenz von sogenannten Dark Jedi spekuliert.

Jedi, welche sich explizit auf die dunkle Seite der Macht berufen jedoch keine Sith Lords im klassischen Sinne sind. Es gibt sogar vage Vermutungen, dass selbst der ehemalige mächtige Jedirat-Anführer Mace Windu auch Erfahrungen mit der dunklen Seite der Macht gemacht hat.

Obwohl beide Skywalkers (Vater und Sohn) wieder letztendlich auf den Pfad der hellen Tugend zurückfanden, hat Meister Yoda immer zu Recht vor den Gefahren der dunklen Seite gewarnt. Zu gefährlich ist das Spiel mit dem Feuer; denn dunkle Emotionen wie Hass, Wut oder Gier sind nur sehr schwer zu kontrollieren. Der von Anakin Skywalker angerichtete Schaden und Massenmord gab ihm sicherlich Recht.

So hat auch Jedi Church Gründer Barney Jones eine eindeutige Antwort auf diese zwiespältige Problematik: „Obviously, if someone starts to try and use the good force for greed and power, they are going to bring negative interference into the meetings” Eine Zusammenführung der beiden Seiten dieser Medaille lässt wohl noch weiter auf sich warten.

Es bleibt die irrationale Hoffung auf weitere Abenteuer eines gereiften Luke Skywalker und die Verfilmung der vor Jahrzehnten angekündigten dritten Star-Wars-Abschlusstrilogie durch George Lucas.


Die Muppet-Show kehrt nach Deutschland zurück

Januar 3, 2008

Dass die Muppets gerne mal ein Lied singen, dürfte hinlänglich bekannt sein. Schließlich sind die liebenswerten Puppen von Jim Henson und Frank Oz Bewohner und Protagonisten eines heruntergekommenen und chaotischen Varietes. Im Laufe ihrer Karriere sangen sie jedoch schon mit den Großen des internationalen Showbusiness zusammen. Diesen Sommer soll nun endlich die lang angekündigte erste Staffel der Muppet Show aus dem Jahre 1976 in Deutschland auf DVD erscheinen.

Den Anfang machte der Hund Rowlf, seines Zeichens der spätere Pianist der Muppet-Band: Bereits im Jahre 1963 hatte er einen erfolgreichen Auftritt in einem Werbespot für Hundefutter. Es folgten regelmäßige Gastbeiträge von ihm in der „Jimmy Dean Show“.

Der Erfolg der Sesamstrasse Ende der 1960er Jahre, an der Jim Henson maßgeblich unter anderem als Puppenentwickler beteiligt war, erschwerte dann zunächst die Entstehung der Muppet-Show. Die Produzenten sahen das Potential der Figuren alleine in der Kinderunterhaltung. Der Erfolg der dann zunächst in England produzierten Serie bewies letztendlich das Gegenteil und etablierte vorgebliche Kindersendungen im Erwachsendeprogramm. Eine Straße auf der Serien wie die Simpsons oder South Park viel später auch sehr erfolgreich weiter fuhren.

Rückblickend scheint es vielleicht etwas überraschend, dass die Sau Miss Piggy oder der liebenswürdigste Muppet-Charakter Fossie Bär den selben Vater haben und mit der selben Stimme sprachen wie Meister Yoda aus den Star Wars Filmen. Aber der Puppenspieler Frank Oz zeichnete sich nicht nur für die besten Muppet-Figuren verantwortlich, sondern auch für Yoda, Jabba The Hutt oder die Ewoks und war vom Sternenkrieg Erfinder George Lucas bewusst mit dem entwickeln von bestimmten Figuren beauftragt worden. Erfolge bei der jungen Zielgruppe und Milliardengewinne im Merchandising waren die Folge.

Den klassischen 120 Muppet-Folgen der späten 1970er Jahren folgten dann diverse TV-Specials, die Spin-Offs Muppet Babies und Muppets Tonight!, sowie mindestens sechs abendfüllende Kinofilme, von denen Die Muppets erobern Manhattan der Beste sein soll. An die Originalserie, in der selbst die schillernsten Gaststars wie Elton John, Diana Ross, Johnny Cash, Dizzy Gillespie oder Debbie Harry von den Puppenakteuren zu Nebendarstellern degradiert wurden, kamen sie alle nicht ran.

Jetzt soll nach mehreren Ankündigungen am 31. Juli 2008 endlich die erste Staffel der Serie auf 4 DVDs erscheinen. Man mag sich fragen, warum es dafür bis zum Sommer 2008 dauern musste und die Fans mit mehreren nicht eingehaltenen Veröffentlichungsterminen in die Irre geführt wurden. Schließlich sind die Folgen in den USA oder in England seit Jahren zu erhalten. Der Freude über das Ereignis dürfte es keinen Abbruch leisten. Und so bleiben zum Schluss nur noch die von der deutschen Synchronisation erfundenen berühmten Worte von Kermit dem Frosch übrig: Applaus, Applaus, Applaus!


Geoff Emerick meldet sich wieder zu Wort

Januar 3, 2008

Fast ein Jahr nachdem der großartige Toningenieur Geoff Emerick seine Biografie unter anderem über seine Zeit mit den Beatles veröffentlicht hat, wurde er von der Instanz FAZ im Dezember 2007 interviewt. Wieder macht einer der sympathischsten Protagonisten des britischen Popzirkus der 1960er Jahre seinem Ruf als einer der ehrlichsten Teilnehmer alle Ehre. Und einige der Beatlesplatten hat selbst er aus Protest noch gar nicht gehört.

Im wesentlichen liefert das interview auch schon im Emericks Buch ausführlicher erzählte Anekdoten aus dem Aufnahmeleben den Fab Four: Wie John Lennon auf einmal wie der Dalai Lama auf einem entfernten Berggipfel klang, das nach dem Indienaufenthalt der Beatles alles anders und vor allem lauter war und das bei dem Song Ob-La-Di, Ob-La-Da die Situation im Studio endgültig eskalierte.

Eines ist allerdings neu: Mag Emerick sonst immer von seinem ehemaligen Lehrmeister George Martin nur in den höchsten Tönen sprechen, rechnet er mit dem jüngsten Projekt Love des ehemaligen Beatlesproduzenten unter anderem mit den Worten „So etwas macht man doch nicht!“ gnadenlos ab.

Damit spricht er wahrscheinlich vielen Beatles Fans aus der Seele. Und auch sein Einwand, dass man im nachhinein keine großen Kunstwerke verändern sollte, hat seine Berechtigung. Geoff Emerick kann anscheinend keine gute Miene zum für ihn bösen Spiel machen. Hoffentlich hört man dann bald wieder mal was von ihm.

Geoff Emerick und sein Co-Autor Howard Massey sprechen über das Buch und Geoffs Zeit mit den Beatles: