Alfred Hitchcock, Doris Day und ABBA

Eine der wenigen Interpretationen eines ABBA Songs, welche es mit dem Original aufnehmen kann, ist sicherlich die vom Klavier getragene Doris Day Version von Thank You For The Music. Heutzutage nur noch erhältlich als Bonustrack der neuen, remasterten Ausgabe von The Album, oder als Bestandteil des opulenten ABBA Boxsets Complete Studio Recordings mit allen Studioaufnahmen der schwedischen Band.

Auch wenn ABBA sicherlich eine der wenigen herausragen Gruppen der Popmusik sind, welche sogar mit den unsterblichen The Beatles konkurrieren können, hat auch die Schauspielerin Doris Day eine interessante musikalische Karriere vorzuweisen.
Eine der Höhepunkte ist sicherlich der für den Alfred Hitchcock Film Der Mann, der zuviel wusste von Ray Evans und Jay Livingston geschriebene und von Doris Day interpretierte Song Que sera, sera (Spanisch für: „Was sein wird, wird sein“).

Extra für das Remake von Hitch eigenen Film aus dem Jahre 1934 angefertigt, wurde dieses Lied 1957 mit einem Oscar ausgezeichnet, erreichte in den späten 1950er Jahren weltweit die vorderen Positionen der Hitparaden (England: Platz 1, USA: Platz 2) und fungierte von 1968 bis 1973 als die Erkennungsmelodie der Doris Day Show im US-amerikanischen Fernsehen.

Meistens lag das Augenmerk in Der Mann, der zuviel wusste auf der legendären Royal Albert Hall Schlüsselszene und den Hitchcock Chefkomponisten Bernard Herrmann. Herrmann hatte zu vielen Filmen von Hitch die Musik komponiert und trat in dieser Szene selbst als Dirigent in Erscheinung. Die Dauer dieser Einstellung beträgt ohne Dialoge 12 Minuten bei insgesamt 124 Einstellungen. Herrmann dirigiert dort die Storm Clouds Cantata des australischen Komponisten Arthur Benjamin, die bereits in dem Original des Films erklang.

Die wesentlich ruhigere Szene am Ende des Streifens, in welcher Doris Day unter Tränen in der Botschaft alleine am Flügel den Walzer Que sera, sera anstimmt um ihren entführten Sohn aufzuspüren, hat dagegen einen ungemein rührenden Charakter.

Die feine Ironie an dieser Einstellung ist jedoch, dass sich Doris Day zunächst weigerte diesen Song zu singen. Das Studio Paramount wollte die damalige Popularität der Sängerin allerdings ausnutzen, und so wurde vertraglich festgelegt, dass sie in dem Film ein Lied singen muss. Zunächst sträubte sie sich, den eigens komponierten Song zu singen, da es sich ihrer Meinung „nur um ein Kinderlied“ handele. Die Szene und das Lied wurden dann jedoch zu einem der Höhepunkte ihrer Karriere und der Filmgeschichte im allgemeinen.

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