Die Foo Fighters All Star Band in Las Vegas

Oktober 31, 2007

Letzte Woche eröffneten die Foo Fighters mit einem gewagten, aber energiegeladenen Medley aus ihrer neuen Single The Pretender und dem Punkrock-Klassiker God Save The Queen von den Sex Pistols die MTV Europe Music Awards in München. Vor fast zwei Monaten spielten sie allerdings beim großen Bruder, den MTV Video Music Awards in Las Vegas, ein viel interessanteres Konzert.

Während der eine Ex-Mann von Pamela Anderson (Kid Rock) dem anderen verdutzten Ex-Mann (Tommy Lee) physisch zu Nahe trat und sich Britney Spears mit ihrer Performance blamierte, spielten die Foo Fighters mit vielen hochdotierten Gästen in der sogenannten Fantasy Suite des Palms Hotel und Casinos einen brillanten Gig.

So konnte man nicht nur die Foo Fighters Klassiker Everlong, All My Life, Best Of You oder die neue Single The Pretender (Ex-The Germs, Ex-Nirvana, Ex-Foo Fighters Gitarrist Pat Smear an der Gitarre!) bewundern, sondern auch naheliegende Coverversionen und artverwandte Kooperationen begutachten.

Motörhead Frontsau Lemmy und vor Keith Richards die Nummer Eins des Rocks half bei dem Song Shake Your Blood von Dave Grohls Soloprojekt Probot, sowie beim Motörhead Cover I’ll Be Your Sister aus. System Of A Down Sänger Serj Tankian sang die schon inflationär oft interpretierte Dead Kennedys Hymne Holiday in Cambodia während Rapper Cee-Lo neben der Prince Schnulze Darling Nikki auch zusammen mit den Queens Of The Stone Age (Dave Grohl am Schlagzeug!) deren Song Make It Wit Chu ablieferte.

Highlight des Abends war allerdings der Auftritt von Jesse „The Devil“ Hughes als die Eagles Of Death Metal mit Josh Homme am Schlagzeug und Dave Grohl an der Leadgitarre. Die simplen Songs von Hughes und das holprige drumming von Homme rockten am meisten das Haus.

Das scheinbar gecastete und teilweise deplazierte wirkende Publikum konnte so in einem kleinen Rahmen ein leidenschaftliches Konzert erleben. Den besonderen Reiz machte jedoch aus, eine der bekanntesten Rockmusiker in den unterschiedlichsten Positionen und an die verschiedensten Instrumenten in Aktion zu sehen.

Die Setlist:

1. Foo Fighters „Shake Your Blood Part 1″
2. Foo Fighters „Everlong“
3. Foo Fighters „Best of You“
4. Foo Fighters „All My Life“
5. Foo Fighters featuring Pat Smear „The Pretender“
6. Foo Fighters featuring Serj Tankian „Holiday in Cambodia“
7. Foo Fighters featuring Cee-Lo „Darling Nikki“
8. Queens of the Stone Age featuring Cee-Lo and Dave Grohl „Make It Wit Chu“
9. Mastodon featuring Josh Homme „Colony of Birchmen“
10. Foo Fighters featuring Lemmy „I’ll Be Your Sister“
11. Foo Fighters featuring Lemmy „Shake Your Blood Part 2″
12. Eagles of Death Metal featuring Dave Grohl „Speaking in Tongues“
13. Eagles of Death Metal featuring Dave Grohl “ I Want You So Hard“
14. Eagles of Death Metal featuring Dave Grohl „I Only Want You“


Porter Wagoner – Der Wagonmaster ist tot

Oktober 28, 2007

Neben Evelyn Hamann haben wir heute auch den Tod des wundervollen Countrymusikers Porter Wagoner zu beklagen. Der auch körperlich große Wagoner erlag bereits am Sonntag mit 80 Jahren einem Lungenkrebsleiden in einem Krankenhaus in Nashville im US- Bundesstaat Tennessee.

Neben 20 Songs in der Top-Ten der US-Countrycharts, mehren Grammys und der Mitgliedschaft in der Hall of Fame der Country-Musik wurde der im Jahre 1927 im US-Bundesstaat Missouri geborene Sänger vor allem durch seine eigene Fernsehsendung bekannt. Diese Sendung lief über 20 Jahren im TV. Besonderen Erfolg hatte Wagoner mit seiner Gesangspartnerin Dolly Parton, der er zum Durchbruch verhalf.

Sein letztes, um den unveröffentlichten Johnny Cash Song Committed to Parkview aufgebautes Album Wagonmaster, erschien im Juni 2007 und erhielt mit die besten Kritiken seiner Karriere. Außerdem trat er im Vorprogramm für die Gruppe White Stripes auf. RIP.

Das wundervolles Duett Run That By Me One More Time von Dolly Parton und Porter Wagoner aus der Porter Wagoner Show im Jahre 1973:

Und das Video zu der aktuellen Single Committed To Parkview aus dem Sommer 2007:


Slow Hand Eric Claptons Autobiografie

Oktober 19, 2007

Mit Eric Clapton ist das ja immer so die Sache. Einerseits ist ein begnadeter Gitarrist, federführendes Mitglied von wichtigen Bands und ein durchaus relevanter Songschreiber. Andererseits ein teilweise unsympathischer Zeitgenosse, Urheber von bedenklichen musikalischen Werken und seit spätestens Anfang der 1990er Jahre im Rahmen seiner MTV Unplugged Platte endgültig zum musikalischen Konsensschmusetier verkommen. Heute ist seine Autobiografie in Deutschland erschienen.

Während neben seinen bedeutenden Werken mit Bands wie Cream oder den Yardbirds auch seine Soloalben aus den frühen 1970ern in jedem Privatarchiv einen Platz verdienen (diese liegen mittlerweile als solide Deluxe Editionen vor), zeichnete sich seine „Slow Hand“ in den letzten Jahren eher durch Kooperationen mit Legenden wie B.B. King, J.J. Cale oder der geistige Inkarnation von Robert Johnson aus.

In seiner aufgeschriebenen Lebensgeschichte soll nun ein Teil der ganzen Wahrheit zu finden sein. Einen ersten Eindruck kann sich der Leser durch das Kapitel mit dem sicherlich tragischsten Privaterlebnis Claptons, der tödlich Fall seines Sohnes aus dem 53. Stock eines New Yorker Wohnhauses, machen, welches WELT ONLINE vorab hier veröffentlicht hat.

Eric Clapton hat sicherlich schon immer ein wenig polarisiert und wird dies wohl auch weiter tun. Vielleicht sollte man ihn aber daran messen, wofür er bekannt geworden ist: Für sein außergewöhnliches Gitarrenspiel.

Eric Clapton covert Cocain:


Chrome Dreams – Der Flickenteppich von Neil Young

Oktober 16, 2007

Fast jedes Jahr eine neue Neil Young Platte! Dieses Jahr heißt das neue Studioalbum von Neil – neben dem Livealbum Live At The Massey Hall 1971Chrome Dreams II.

Nach Living With War aus dem Jahre 2006, welches ausschließlich neue Songs beinhaltete, wartet das neue Album nun mit einem Rückblick in Neils Vergangenheit auf. Im Rahmen seiner Beschäftigung mit der Archives Serie, seinem Gegenstück zur Bootleg Series von Bob Dylan, ein auch sicherlich verständlicher Schritt. Der amerikanische Rolling Stone-Redakteur Brian Hiatt liegt mit seiner Deutung jedoch nicht ganz falsch, wenn er das Album als „weird“ bezeichnet.

Da ist zunächst der Albumtitel Chrome Dreams II. Ein offizielles Chrome Dreams I hat es nie gegeben. So ein Album soll im Jahre 1977 zwar aufgenommen, jedoch nie veröffentlicht worden sein. Songs von den Sessions wie Like A Hurricane, Powderfinger oder Pocahontas tauchten später in teilweise anderen Versionen auf anderen Neil Young Alben wieder auf. Der Titel ist sicherlich auch eine Anspielung auf Neils Autosammelleidenschaft. Die Analogie zwischen diesen beiden metallischen Werken bleibt für den Zuhörer jedoch trotzdem ein kleines Rätsel.

Auch der beste Song des Album, Ordinary People, welcher an der dritten Stelle kommt, wirft einige Fragen auf. Zum einen zeichnet er sich für Neil Young durch eine eher untypische lyrische Dichte und Länge aus. Zum anderen geht er über 18 endlose Minuten lang und wird von der eher ungewöhnlich spielenden Bläsersektion The Bluenotes unterstützt. Besonders hervorzuheben sind die Drums von Chad Cromwell, die dem Song eine solide Basis liefern. Mit dabei war auch der Crazy Horse Gitarrist Frank „Poncho“ Sampedro, was Chrome Dreams II fast zu einem Crazy Horse Album macht, denn deren Drummer Ralph Molina trommelte nahezu die gesamte Platte ein.

Es mag bedenklich anmuteten, wenn sich Neil über den Mann von nebenan anhand von musikalischen Schnappschüssen auslässt, dass Erstaunlichste ist jedoch, dass Ordinary People schon 1988 ursprünglich für das This Note’s For You Album aufgenommen wurde und somit ein fast 20 Jahre alter Song auf einem neuen Neil Young Album erscheint.
Das Lied wurde relativ oft von Neil Young während der „Sponsored By Nobody“ Tour Ende der 1980er Jahre Live gespielt und galt lange als einer seiner besten unveröffentlichten Songs überhaupt. Ironischerweise wurde dieser Track Anfang September 2007 in den USA als „Single“ an die Radiosender verschickt. Aufgrund der Länge und dem begrenzten Radioformat sicherlich aber so gut wie nie vollständig gespielt. Er tauchte dann eher in Internetradios wieder auf. Hier ist ein Fullstream des amerikanischen Rolling Stone zu hören.

Selbst der Opener Beautiful Bluebird von Chrome Dreams II hat schon ein paar Jahre auf dem Buckel. Die ursprüngliche Version ist ein Outtake von Neils reaktionären Countryalbum Old Ways, welches er zusammen mit Willie Nelson und Waylon Jennings im Jahre 1985 aufgenommen hatte. Auch das Neil in dem Lied – ganz Hippie – über Vögel singt, sollte nicht weiter irritieren. Selbst der Song Boxcar, ein weiteres Highlight von Chrome Dreams II, war ein Song auf dem unveröffentlichten Album Times Square aus den späten 1980er Jahren.

Die restlichen sieben Songs der CD sind relativ neu und wurden größtenteils dieses Jahr Live im Feelgood’s Garage Studio in der Nähe von Redwood City, Kalifornien mit alten Neil Young Weggefährtin wie dem Bassisten Rick Rosas oder Neils Ehefrau Pegi aufgenommen.
Erwähnung verdienen das vom Klavier und einem Kinderchor getragene letzte Lied The Way und das über 14 Minuten lange vom einem markanten Gitarrenanschlag angetriebene No Hidden Path.

Der peinliche Rocker Dirty Old Man weiß dann mit holprigen Schlagzeug und versoffenen Männerchor nicht wirklich zu überzeugen. Den Dirty Old Man nimmt man Neil Young trotz gutem Gitarrensound irgendwie nicht richtig ab. Trotzdem beinhaltet das Album – auch wenn es sicherlich nicht zum Klassiker taugen wird – nette Klänge zum hören.

Ein wenig beängstigend ist allerdings die Tatsache, dass die älteren Songs jedoch mit Abstand die hörenswertesten des Albums sind. Vielleicht wird es nächstes Jahr mit einem neuen Neil Young Album wieder anderes. Und hoffentlich erscheint dann auch endlich die seit Ewigkeiten angekündigte und wegen Chrome Dreams II erneut verschobene opulente Box Archives.

BBC 2 Interview mit Neil Young vom 13. Oktober 2007:


Woody Allen spielt George Gershwin in Manhatten

Oktober 12, 2007

Trotz medial ausgeschlachteter privater Ausschweifungen bleibt Woody Allen einer der wichtigsten Regisseure des 20. Jahrhunderts. Besonders auffällig ist die Vielseitigkeit seines Werkes, welches trotz der Unterschiedlichkeit immer die unverkennbare Handschrift des New Yorkers trägt. Und analog zu Alfred Hitchcock hat Allen auch nie einen wirklich schlechten Film gemacht.

Der oft als eine Fortsetzung seines Oscarprämierten endgültigen Durchbruchsfilm Annie Hall (zu deutsch: Der Stadtneurotiker) aus dem Jahre 1977 angesehene und dritte Teil seiner New York Trilogie Manhattan aus dem Jahre 1979, unterscheidet sich dann doch etwas von seinem bisherigen filmischen Werk.

Ähnlich wie in seinen vorrangegangen Filmen setzt Woody Allen zwar in Manhattan seine romantische Auseinandersetzung mit dem Beziehungsdschungel neurotischer New Yorker Intellektueller fort. Getragen wird dies jedoch im Gegensatz zu seinen vorherigen Filmen zum ersten Mal in einer im Cinemascope Aspect Ratio (2.35:1) Format gefilmten Schwarz-Weiß Ästhetik, sowie durch einen ernsten Unterton und der musikalischen Untermalung von Klängen von dem unsterblichen amerikanischen Komponisten, Pianisten und Dirigenten George Gershwin.

Die Musik von Gershwin kann dabei auch in entfernter Weise als eine Metapher für den Film verstanden werden. Zeichnete sich bisher Woody Allen als begeisterter Jazzfan und Jazzmusiker aus, welcher im Vorspann und auch sonst in seinen Streifen gerne Jazzmusik zum Einsatz brachte, kann Manhattan inklusive die Verwendung von Gershwins Musik, als eine verstärkte Hinwendung zu ernsteren künstlerischen Ausdrucksformen verstanden werden.

George Gershwin und sein Bruder Ira waren einer der einflussreichsten modernen Komponisten überhaupt. Neben einigen klassischen Werken zeichneten sie sich vor allem in den 1920er und 1930er Jahren auch als Urheber für viele Broadwaystücke und Filme aus und schrieben bis heute gespielte Klassiker und Jazz-Standards.

Eines der Hauptwerke von George Gershwin ist die auch in Allens Manhattan verwendete und erstmals am 12. Februar 1924 in der Aeolian Hall in New York aufgeführt Rhapsody in Blue. Gershin verbindet da drin vordergründig gegensätzliche Musikstile wie Jazz und Klassik und steht damit potentiell parallel zu Allen, welcher in Manhattan auch unterschiedliche Filmgenres wie Komödie oder Drama verbindet.

Wenn man sich auf die polarisierende Person Woody Allen bereit ist einzulassen sind die meisten seiner Filme heutzutage immer noch ein zeitloser Genuss.

P. S. In einer Hauptrolle ist die Enkelin Mariel Hemingway des Schriftstellers Ernest Hemingway als 17-Jährige Allen Geliebte Tracy zu sehen.


Alfred Hitchcock, Doris Day und ABBA

Oktober 9, 2007

Eine der wenigen Interpretationen eines ABBA Songs, welche es mit dem Original aufnehmen kann, ist sicherlich die vom Klavier getragene Doris Day Version von Thank You For The Music. Heutzutage nur noch erhältlich als Bonustrack der neuen, remasterten Ausgabe von The Album, oder als Bestandteil des opulenten ABBA Boxsets Complete Studio Recordings mit allen Studioaufnahmen der schwedischen Band.

Auch wenn ABBA sicherlich eine der wenigen herausragen Gruppen der Popmusik sind, welche sogar mit den unsterblichen The Beatles konkurrieren können, hat auch die Schauspielerin Doris Day eine interessante musikalische Karriere vorzuweisen.
Eine der Höhepunkte ist sicherlich der für den Alfred Hitchcock Film Der Mann, der zuviel wusste von Ray Evans und Jay Livingston geschriebene und von Doris Day interpretierte Song Que sera, sera (Spanisch für: „Was sein wird, wird sein“).

Extra für das Remake von Hitch eigenen Film aus dem Jahre 1934 angefertigt, wurde dieses Lied 1957 mit einem Oscar ausgezeichnet, erreichte in den späten 1950er Jahren weltweit die vorderen Positionen der Hitparaden (England: Platz 1, USA: Platz 2) und fungierte von 1968 bis 1973 als die Erkennungsmelodie der Doris Day Show im US-amerikanischen Fernsehen.

Meistens lag das Augenmerk in Der Mann, der zuviel wusste auf der legendären Royal Albert Hall Schlüsselszene und den Hitchcock Chefkomponisten Bernard Herrmann. Herrmann hatte zu vielen Filmen von Hitch die Musik komponiert und trat in dieser Szene selbst als Dirigent in Erscheinung. Die Dauer dieser Einstellung beträgt ohne Dialoge 12 Minuten bei insgesamt 124 Einstellungen. Herrmann dirigiert dort die Storm Clouds Cantata des australischen Komponisten Arthur Benjamin, die bereits in dem Original des Films erklang.

Die wesentlich ruhigere Szene am Ende des Streifens, in welcher Doris Day unter Tränen in der Botschaft alleine am Flügel den Walzer Que sera, sera anstimmt um ihren entführten Sohn aufzuspüren, hat dagegen einen ungemein rührenden Charakter.

Die feine Ironie an dieser Einstellung ist jedoch, dass sich Doris Day zunächst weigerte diesen Song zu singen. Das Studio Paramount wollte die damalige Popularität der Sängerin allerdings ausnutzen, und so wurde vertraglich festgelegt, dass sie in dem Film ein Lied singen muss. Zunächst sträubte sie sich, den eigens komponierten Song zu singen, da es sich ihrer Meinung „nur um ein Kinderlied“ handele. Die Szene und das Lied wurden dann jedoch zu einem der Höhepunkte ihrer Karriere und der Filmgeschichte im allgemeinen.


The Hellacopters haben jetzt weniger Licht

Oktober 5, 2007

Am Wochenende gab die schwedische Rockband The Hellacopters auf ihrer Homepage ihre Auflösung bekannt. Im Jahre 2008 soll es jedoch noch ein verflixtes siebtes Album geben, gefolgt von einer ausgedehnten Tour durch Skandinavien und dem europäischen Festland.

Das letzte Mal sah ich The Hellacopters vor etwa sechs Jahren auf der Reeperbahn in den Hamburger Docks als Vorgruppe von den Foo Fighters Live in Aktion. Eigentlich als Fan der schwedischen Rocker angereist, war ich jedoch erstaunt über den qualitativen Klassenunterschied zu den amerikanischen Kollegen um Dave Grohl. Mit dem Bühnenantritt der Foos wurde schnell klar, dass nun spiel- und soundtechnisch, sowie von der Bühnepräsenz der Akteure auf einem höheren Niveau gearbeitet wird.

Trotz den Parallelen, dass beide Frontmänner im Herzen eigentlich Schlagzeuger sind und zuvor in guten Rockbands die Stöcke, welche die Welt bedeuten geschwungen hatten, waren die Foo Fighters in meinem subjektiven Empfinden die eindeutig bessere Bands des Abends. Dave Grohl interagierte mit dem Publikum, band sich Luftballons von der Karnevalsveranstaltung vom Tag zuvor um den Hals und rockte, trotz seines traditionell livebedingten Grölgesangs, wie Sau.

Später auf der Rückfahrt wurde mir jedoch klar, was diesen Eindruck maßgeblich unterstützt hatte: Wie so oft musste die Vorband mit einem extrem schlechteren Bühnen- und Livesound auskommen und durfte fast komplett ohne Lichtanlage im der matten Bühnengrundbeleuchtung auftreten. Das so ein Vorgehen was bei Acts wie Gund N’ Roses aus Angst des Gesichtsverlustes gang und gebe zu sein scheint, nun auch bei den Foo Fighters angewandt wurde, irritierte mich. In den folgenden Jahren konnten sich dann The Hellacopters bedeutend seltener über so eine Verhaltensweise beklagen: Denn dann waren sie und ihre Techniker als Headliner für das Licht ihrer Vorgruppen verantwortlich.

Eine wirkliche Erklärung für das Ende der Band nach über 13 Jahren wird dann in ihrem Statement vom Samstag nicht gegeben. Wie üblich ist von persönlichen Gründen und Dankesreden für gemeinsame Weggefährten und Fans die Rede. Genaue Termine für die anstehende Tour sind bislang auch noch nicht bekannt gegeben worden.

Video zu By The Grace Of God:


Slashs Gitarrensound von Guns N’ Roses

Oktober 3, 2007

Vor über 20 Jahren erschien das erste Album Appetite for Destruction von Guns N’ Roses. Der Internetversand Amazon kündigt das neue Album Chinese Democracy der Rockband aus Los Angeles schon für den 31. Dezember 2025 an. Damit befinden wir uns aktuell fast in der zeitlichen Mitte vom musikalischen Schaffen von Axl Roses und seiner Band. Deren Musik dominierte jedoch überwiegend ein Anderer.

Sicherlich hat der Sänger Axl Rose eine markante Stimme und ist ein passable Songschreiber (gewesen). Auch Bassist Duff McKagan spielte einen sehr melodiös Bass und ist ein hervorragender Multiinstrumentalist. Sogar Izzy Stradlins Musikverständnis war relativ wichtig für den Sound der Gunners. Was die Band aber heute neben nostalgischen Veranlagungen hauptsächlich noch hörenswert macht, ist das Gitarrenspiel von Leadgitarrist Slash.

Zu einer Zeit wo überwiegend Sportgitarristen a la Eddie Van Halen oder Joe Satriani in der kommerziell härteren Rockmusik unterwegs waren, beschränkte sich der als Saul Hudson geborene Musiker auf die Tugenden eines Rockgitarristen. Er verzichtete überwiegend auf sinnlose Tappingarien oder sonstigen Speedgitarrenläufe und entwickelte einen eigenen melodiösen und erdigen Gitarrensound.

Auch übertriebene Effekte sind selten auf Slashs Gitarrenläufen zu finden. Nur das Wah-Wah Pedal wird neben Verzerrung und Hall sparsam von ihm als Effekt eingesetzt. Sein bluesiges Gitarrenspiel orientiert sich eher an Rockgitarristen der 1960er und 1970er Jahre wie Keith Richards, Jimmy Page, Jimi Hendrix oder Joe Perry als an damals aktuellen Standards. Die Vollendung findet die Gitarrenkunst von Slash in Guns N’ Roses Songs wie Estranged, November Rain oder Sweet Child O’ Mine.

Slash spielte überwiegend eine Gibson Les Paul Gitarre und Marshall Verstärker. Er war auch der erste Musiker mit einer eigenen Marshall Verstärkerserie. Die Gitarrenfirma Gibson widmete ihm mehrere Signaturegitarren. Auch heute sind seine Gitarrenläufe noch genauso frisch wie an dem Tag der Einspielung. Was man von Axl Roses Gesang nicht immer behaupten kann.

Video zum Guns N’ Roses Song Estranged: