Jetzt ist es bald endlich so weit: Der nach einem Outtake der Basement Tapes benannte, lang erwartete Film I’m Not There über Bob Dylan kommt diesen Herbst noch in die Kinos. Jetzt ist der erste Trailer dazu erschienen.
Mit Filmen wo bekannte Schauspieler noch bekanntere Rockstars spielen ist das ja immer so eine bedenkliche Sache. Besonders wenn die Musiker um die sich der Film dreht noch leben. Der Regisseur Todd Haynes hatte sich im Jahre 1998 schon einmal an eine Lebensabschnittsverfilmung von eine der großen Legenden der Popmusik versucht. Der Film Velvet Goldmine über die Ziggy Stardust Epoche von David Bowie war zwar hochkarätig besetzt und hatte vom Soundtrack durch die Beteilung von Placebo über Brain Eno bis hin zu Pulp und Lou Reed einiges zu bieten, scheiterte jedoch künstlerisch auf ganzer Linie. Selbst David Bowie distanzierte sich von dem Machwerk und verbot es Songs oder sonstige eindeutigen Erkennungsmerkmale in dem Film zu verwenden.
Bob Dylan scheint in diesem Falle großzügiger zu sein. In I’m Not There werden seine Lieder auftauchen und des weiteren sechs Schauspieler, welche alle den Sänger in verschieden Lebenslagen und Abschnitten seiner Karriere darstellen. Darunter Richard Gere, Cate Blanchett und Christian Bale, der zwar in American Psycho brillierte, aber dessen schauspielerische Leistungen Batman Begins und eben Velvet Goldmine zur Qual werden ließen.
Das Konzept von I’m Not There verspricht jedoch einiges. Eine klare Erzählstruktur und traditionelle Filmtechniken sollen nicht verwendetet werden. Vielmehr soll analog zu Dylans Songwriting poetisch bestimmte Schlüsselmomente im Leben des Songschreibers nachgestellt werden.
Auch der Soundtrack zum Film schaut recht interessant aus. Neben dem bisher offiziell unveröffentlichten Meisterwerk I’m Not There von Bob Dylan tauchen auch eine Menge an bekannten Musiker wie Eddie Vedder, Willie Nelson oder Ramblin’ Jack Elliot auf, die sich an Coverversionen von Bob Dylan Songs versuchen. Unterstützt werden diese überwiegend von der eigens für dieses Projekt gebildete Band Million Dollar Bashers. Neben Lee Ranaldo und Steve Shelley von Sonic Youth gehören noch Television-Gitarrist Tom Verlaine, Nels Cline von Wilco und Dylan-Langzeitbassist Tony Garnier zu dieser Gruppe.
Diese Doppel CD mit über 30 Tracks erscheint in den USA am 30. Oktober diesen Jahres.
Ob dieser Film sammt Soundtrack dann mehr von Dylan hat als Dylan selber, oder ob der bekannte Slogan „Nobody Sings Dylan Like Dylan“ zutrifft wird sich nach der Veröffentlichung zeigen. Hoffentlich läuft der Film dann in Deutschland auch flächendeckend im Original und wird nicht von bekannten Verdächtigen wie Wolfgang Niedecken, Anke Engelke und Judith Holofernes schlecht synchronisiert.
Weltweite Starttermine des Films laut imdb:
Canada: September 2007 (Toronto Film Festival)
Italy: September 2007 (Venice Film Festival)
Italy: 7 September 2007
USA: 21 November 2007 (limited)
Australia: 26 December 2007
Germany: 10 January 2008
Netherlands: 13 March 2008
Tracklist des Soundtrack:
All Along The Watchtower – Eddie Vedder & The Million Dollar Bashers
As I Went Out One Morning – Mira Billotte
Ballad Of A Thin Man – Stephen Malkmus & The Million Dollar Bashers
Billy – Los Lobos
Can You Please Crawl Out Your Window – The Hold Steady
Can’t Leave Her Behind – Stephen Malkmus & Lee Ranaldo
Cold Irons Bound – Tom Verlaine & The Million Dollar Bashers
Dark Eyes – Iron & Wine & Calexico
Fourth Time Around – Yo La Tengo
Goin’ To Acapulco – Jim James & Calexico
Highway 61 Revisited – Karen O & The Million Dollar Bashers
I Wanna Be Your Lover – Yo La Tengo
I’m Not There – Bob Dylan
I’m Not There – Sonic Youth
Just Like A Woman – Charlotte Gainsbourg & Calexico
Just Like Tom Thumb’s Blues – Ramblin’ Jack Elliot
Knockin’ On Heaven’s Door – Antony & The Johnsons
The Lonesome Death Of Hattie Carroll – Mason Jennings
Maggie’s Farm – Stephen Malkmus & The Million Dollar Bashers
Mama You’ve Been On My Mind – Jack Johnson
The Man In The Long Black Coat – Mark Lanegan
Moonshiner – Bob Forrest
One More Cup Of Coffee – Roger McGuinn & Calexico
Pressing On – John Doe
Ring Them Bells – Sufjan Stevens
Señor (Tales Of Yankee Power) – Willie Nelson & Calexico
Simple Twist Of Fate – Jeff Tweedy
Stuck Inside Of Mobile With Memphis Blues Again – Cat Power
The Times They Are A Changin’ – Mason Jennings
Tombstone Blues – Richie Havens
When The Ship Comes In – Marcus Carl Franklin
Wicked Messenger – The Black Keys
You Ain’t Goin ‘Nowhere – Glen Hansard & Markta Irglov
Erste Trailer zu dem Film: