Albert Kings einzigartiger Blues-Gitarrenstil

Linkshändler sollen ja angeblich allesamt potentielle Genies sein. Bei prominenten Beispielen der Popmusikgeschichte wie Paul „Macca“ McCartney, Jimi Hendrix oder Kurt Cobain scheint dies ja auch halbwegs zuzutreffen. Das beste Beispiel ist jedoch der Fast-2-Meter-Mann Albert King, welcher zusammen mit BB King und Freddie King das Blues Triumvirat der herrschenden E-Gitarren Könige bildet.

It’s A Long Way To The Top (If You Wanna Rock ‘N’ Roll) sangen die heiligen AC/DC schon. Albert King wusste bereits fast 40 Jahre vorher einen Blues über diese Thematik zu singen. Auf Plantagen in Mississippi und Arkansas groß geworden begann er schon als Kind auf aus Zigarrenkisten selbstgebauten Gitarren zu spielen. Später konnte er sich dann keine wirkliche Linkhändlergitarre leisten und spielte deswegen „normale“ Instrumente verkehrt herum. Das hatte zur Folge, dass die dünnen Seiten bei Albert Kings Gitarren dann oben waren. Diesen Umstand verdankt jedoch die Welt den einzigartigen Gitarrenstil des auch als „The Velvet Bulldozer“ bekannten Musikers. Denn wenn ein rechtshändiger Gitarrist die hohen Saiten noch oben zieht, zog sie Albert King analog dazu nach unten und dies hörte sich anderes an.

Anfang der 1950er Jahre durfte King dann auch mit Jimmy Reed in einer Band spielen, leider nur als Drummer. Eine erste Solosingle im Jahre 1953 für das Label Parrott interessiert dann kaum jemanden, was zur Folge hatte das Albert King nach St. Louis zog und erstmal nur noch in seiner Freizeit vor sich hin klampfte.

Erst Ende der 1950er und Anfang der 1960er Jahre nahm der Gitarrist wieder einige Singles für die Plattenfirma Bobbin auf, die teilweise von Ike Turner produziert wurden und sich relativ erfolgreich verkauften. Zu dieser Zeit begann Albert King auch seine bekannte Gitarre Lucy, ein Instrument aus der damals noch neuen Serie der Firma Gibson mit dem Namen Flying V, zu spielen. Dieses Modell wurde viele Jahre später von Mettalisten wie den Scorpions oder Metallica erfolgreich zweckentfremdet.

Seine Gitarre stimmte King in der Regal vier Halbtöne nach unten und schlug die Saiten wie damals unter Bluesmusikern oft üblich von Hand anstatt mit Hilfe eines Plektrums an.

Mit 42 Jahren begann der Musiker im Jahre 1966 für die eher als Soul Label bekannte und in Memphis beheimatete Firma Stax aufzunehmen. Zusammen mit seiner neuen Begleitband Booker T & The MG’s (später wurden Teile davon als Begleitmusiker der Blues Brothers degradiert) produzierte King in den folgenden Jahren bis 1974 viele Hits und trat oft Live (u. a. mit Jimi Hendrix) auf. Erst ein Herzinfarkt konnte die noch bis ins hohe Lebensalter aktive Musikerkarriere 1992 stoppen. Ohne seinen Gitarrenstil wären Musiker wie Jimi Hendrix, Eric Clapton oder Stevie Ray Vaughan so nicht möglich gewesen.

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