Duesenberg – Die besten Gitarren aus Hannover

April 16, 2007

Ron Wood von den Rolling Stones spielt Sie, Tom Petty/Johnny Cash Gitarrist Mike Campell auch, Rauschebart Billy Gibbons von ZZ Top greift beim musizieren ebenso auf Sie zurück wie auch Elvis Costello, Dave Stewart und noch viele Andere: Die Rede ist von der mittlerweile legendären Duesenberggitarre.

Seit vielen Jahren fertigen Gitarrenmagier Dieter Gölsdorf und sein Team in der Mitte von Hannover Gitarren und Bässe im klassischen Art Deco Styling für die eigene Firma Göldo Music und damit auch für den Rest der Welt an. Diese Klangerzeuger ähneln entfernt den Instrumenten der Firma Gretsch, sehen nur noch besser aus und das Erfreuliche ist: Sie sind auch noch viel kostengünstiger zu erwerben als die Produkte der direkten Konkurrenz.

Seit der Jahrtausendwende beginnen sich die Duesenberg Verkaufszahlen überdurchschnittlich gut zu entwickeln, was zu weltweiter Bekanntheit und im Jahre 2004 sogar zu einer eigenen Vertriebsniederlassung in den USA führte.

Aus eigener Erfahrung kann ich die hohe Qualität dieser Liebhabergeräte nur bestätigen. Den direkten Vergleich zu Fender- oder Gibsongitarren halten die Duesenbergprodukte mühelos stand; übertreffen die amerikanische Konkurrenz sogar noch durch ihren individuellem Klang und der liebevollen Verarbeitung. Erfinder Gölsdorf beschreibt das Besondere seiner Gitarren treffend: „Instrumente, die sich ansehen, anfühlen und anhören wie geliebte Schätze aus dem 19ten Jahrhundert, die aber überraschen durch perfektes Handling, innovative technische Detail-Lösungen und eigenes Gesicht.“

Wer sich im Moment zufälligerweise gerade auf der Suche nach der Gitarre oder Bass seines Lebens befindet, sollte sich das Angebot auf jeden Fall einmal anschauen.

Mike Campell demonstriert was eine Duesenberg so alles kann:


Die erste Georg Kreisler Biografie

April 7, 2007

Das Leben des außergewöhnlichen Komponisten, Sänger, Pianisten, Kabarettisten und Schriftsteller Georg Kreisler ist oberflächlich betrachtet erstaunlicher und aufregender verlaufen als so mancher Hollywood Kinofilm. Kurz nach dem 1. Weltkrieg im Jahre 1922 in Wien in ein bürgerlich-jüdisches Elternhaus geboren, folgt nach einer entemotionalisierten Jugend mit gerade erst 16 Jahren (als Folge der Annektierung Österreichs an das Deutsch Reich) die Flucht vor dem Terrorregime der Nazis in das Paralleluniversum Amerika. Die kommenden Jahre in Los Angeles und New York (mit einem „Wehrdienstausflug“ in das Kriegseuropa der 1940er Jahre) sind zunächst schwer und von Entbehrungen gekennzeichnet, bevor Kreisler Mitte der 1950 Jahre erst nach Wien und dann über München nach Berlin und schließlich nach Basel (wo er heute noch lebt und arbeitet) ins Nachkriegseuropa zurückkehrte.

Dort feiert er ab den 1960er Jahren eine ungewöhnliche Karriere; immer durch seinem schwarzen Humor und seiner kompromisslosen Gesellschaftskritik auf Kriegsfuss mit Autoritäten, Doppelmoral und dem bürgerlichen Spießertum. Es musste jedoch bis zum Jahre 2005 dauern, damit endlich die erste Biografie des wahrscheinlich besten deutschsprachigen Songschreiber erscheinen durfte.

Diese wohlwollend von den Journalisten Hans-Juergen Fink (Kulturchef beim Axel Springer Blatt Hamburger Abendblatt) und Michael Seufert (ehemaliges Mitglied der Chefredaktion des Sterns) aufgezeichnete Lebensgeschichte Kreislers erinnert dann auch eher an einen aufregendenden Reiseroman, anstatt einer nüchtern Werkschau des Wahlschweizers.
Immer wieder kreuzen illustere, historische Persönlichkeiten wie Marlene Dietrich, Friedrich Dürrenmatt, Charlie Chaplin, Friedrich Hollaender (mit dessen Tochter Philine Kreisler verheiratet war und eine Tochter gezeugt hat) oder Obermafiosi Bugsy Siegel die Pfade Georg Kreislers. Gespickt mit geschichtlichen Anekdoten und Erläuterungen ist diese Biografie ein kurzweiliges und erfreuliches Lesevergnügen.

Wie so oft bei nacherzählten Lebensgeschichten, wo die Protagonisten noch aktiv leben, wird auch hier leider mit kritischer Betrachtung etwas gegeizt. Negative Darstellungen über Kreisler wird man in diesem Werk nicht finden, was wohl auch damit zu tun hat, das der Hauptdarsteller auch gleichzeitig Hauptlieferant für die verbalen Primärquellen der Autoren war. Selbst bei komplizierten, persönlichen und nicht unbedenklichen Gegebenheiten, wie z. B. Kreislers erster Scheidung und dem Aufwachsen seines ersten Sohnes bei diversen Pflegeeltern, sind die Autoren immer eindeutig auf der Seite ihres Hauptprotagonisten. Auch mit detaillierten Einsichten in Kreislers musikalisches Werk und Arbeitsmethoden wird der Leser größtenteils verschont. Hauptanliegen dieses Buches bleibt die Schilderung der Lebensstationen des Ausnahmekünstlers.

Ein besonderer Bonuspunkt ist jedoch neben den vielen interessanten Fotos, die dem Buch beiliegende CD mit den ersten, lang verschollen geglaubten (damals noch englischsprachigen) New Yorker Tonaufnahmen Kreislers aus dem Jahre 1947, darunter auch einem seiner ersten Hits „Please, Shoot Your Husband“.
Somit kann nur jedem, der sich für Musik und deutschsprachige Musik im besonderen interessiert, dieses Buch wärmsten empfohlen werden. Natürlich nur im Zusammenhang mit zusätzlichen akustischen Informationen über Kreisler. Und das Fehlen von Kritik liegt wahrscheinlich nicht an der Angst Gegenstand eines Kreislersongs zu werden, sondern daran, weil es wirklich so wenig schlechtes über diesen Mann zu berichten gibt.
Ach ja, Georg Kreisler hat gerade die Arbeit an seiner zweiten Oper abgeschlossen. Man darf also gespannt sein auf den zweiten Teil seiner Biografie.

Georg Kreislers erfolgreichster und wahrscheinlich auch bekanntester Song:


Kurt Cobain feiert zweiten Geburtstag

April 5, 2007

Hätte Kurt Donald Cobain vor 13 Jahren am 5. April 1994 nicht den Easy-Way-Out gewählt, würde er heute wahrscheinlich in seiner 20 Millionen Dollar teuren Villa in Beverly Hills sitzen, sinnlose Geschenke in Empfang nehmen und über seine Zeit auf der Skid Row Ende der 1980er Jahre irre lachen: Denn heute hätte er Geburtstag gehabt und wäre 40 Jahre alt geworden.

Und ob Nirvana dann auch ohne die unfreiwillige Suizid-Bedeutungserhöhung die neuen Radiohead geworden wären und ob Dave Grohl dann auch wirklich ein so reicher Songschreiber wär, wie er jetzt ist; darüber müsste dann hier auch nicht mehr spekuliert werden.

Reuniongerüchte, welche in den letzten Zeit peinlicher Weise durch die Musikpresse geisterten, wären dann aber sicherlich trotzdem gar nicht so abwegig, denn Nirvana waren ohne Schrottflinte 1994 wahrscheinlich noch mehr am Ende als mit Gewehr.

Somit markierte aber ein Schuss das Ende einer Popmusikära in den Musikmedien. Für viele war dieser Event sogar die Abkehr von einer evolutionären, hin zu einer zyklischen Popmusikgeschichtsauffassung.

Für Nirvana und die Populärkultur im allgemeinen war diese Tragödie ein ungeheuerlicher Credibilityschub, an dem es seit dem Punk der späten 1970er im Business gefehlt hatte. Für den persönlichen Mikrokosmos natürlich die schlimmstmögliche aller Tragödien.

Einen nicht nur optischen Cobainersatz für die Reuniontournee 2008 hätte ich aber trotzdem schon anzubieten. Nur das mit dem „Teen Spirit“ muss dann in den unsicheren und alterslosen Zeiten des Web 2.0 noch auf den neusten Stand gebracht werden, denn: „Since Nirvana everything is different“.

Eine Szene aus einer Zeit als die Welt noch in Ordnung war. Erhältlich auf einer der besten Live-DVDs aller Zeiten:


Emmylou Harris feierte ihren 60. Geburtstag

April 3, 2007

Kaum eine amerikanische Sängerin hat in den letzten Jahrzehnten mehr Duette aufgenommen als die Countrysängerin Emmylou Harris. Selbst die quantitative öffentliche Darbietung von musikalischer Zweisamkeit einer Sheryl Crow oder Dolly Parton verblassen im Angesicht der akustischen Umtriebigkeit von Emmylou.
Ob nun mit Gram Parson, Neil Young, Bob Dylan oder Mark Knopfler; Harris sang für fast jeden im Musikgeschäft der Rang, Namen und etwas Stil hatte. Das durch die schneeweißen Haare immer Engelsähnlichere Antlitz ist nun am 2. April 2007 immerhin schon 60 Jahre alt geworden.

Über die musikalische Karriere der Sängerin aus Alabama gäbe es eine ganze Menge zu erzählen. Ihre Auftritte und Aufnahmen mit Gram Parson oder Bob Dylan sind genauso legendär wie ihre Alben „Pieces Of The Sky“, „Elite Hotel“ oder „Roses In The Snow“; allesamt Klassiker der modernen Countrymusik und seit einiger Zeit in remasterter und überarbeiteter Form auf CD vorliegend.

Das Emmylou Harris schon seit Jahren eine große Unterstützerin der Tierrechtsorganisation PETA ist und sich auch selbst aktiv für Tierrechte einsetzt, ist dagegen weniger bekannt.
Vor über zwei Jahren gründete Emmylou z. B. im Garten ihres Hauses in Nashville das Asyl für Obdachlose Hunde „Bonaparte’s Retreat“, benannt nach ihrem vor fünf Jahren verstorbenen Lieblingsmischling Bonaparte. Mittlerweile hat „Bonaparte’s Retreat“ für über 25 Hunde ein neues, festes Heim gefunden.

Medienwirksames Auftreten von Emmylou im lokalem Umfeld für „Hunderechte“ brachte noch größere Erfolge. Im Rahmen der wöchentlichen „Take Us Home“ Kampange in Zusammenarbeit des „The Tennessean“ und der „Metro Animal Control“ konnte schon für mehr als hundert Vierbeiner eine neue Hundehütte gefunden werden.
Über ihr Engagement sagte Emmylou: „I feel that’s what I’m supposed to be doing at this point of my life“. Hoffentlich wird aber trotzdem bald wieder das Hundefell gegen eine Gitarre eingetauscht. Ihre letzten Platten waren schließlich gar nicht so schlecht und hätten eine Fortsetzung verdient.

Emmylou und Johnny Cash singen zusammen die Gospelsongs „Where The Soul Of Men Never Dies“ und „Shine On Harvest Moon“ in der Johnny Cash Show. Marty Stuart spielt die Mandoline: