Sub-Pop-Helden The Thermals retten den Indie-Rock

Wenn einer Band kurz vor einem Studioaufenthalt der Schlagzeuger wegläuft und die Bassistin dann kurzerhand die Platte selbst eintrommelt (Vgl. Dave Grohl, „The Colour And The Shape“, Los Angeles 1997), die Gruppe anschließend ohne eigene Roadies auf Europatournee geht und dann noch ein 50.000 Dollar Angebot von General Motors über die werbliche Verwendung eines ihrer Songs aus moralisch-politischen Gründen ausschlägt; dann ist schnell klar, dass solche Musiker etwas zu sagen haben müssen.

Wenn so eine Combo dann auch noch mit Fugazi Schlagzeuger Brendan Canty (in der Funktion des Produzenten) im Studio war und das Ergebnis dieser Sessions auf der in letzter Zeit nicht gerade als Advokat für neumodischen „Retter des ‚The’ Rocks“ bekannten Labellegende Sub Pop veröffentlicht wird; ja dann schlagen die Trommelfälle des intellektuellen Musikliebhabers gleich um einiges höher.

Schon kurz nach Auflegen des dritten The Thermals Albums „The Body, The Blood, The Machine“ wird klar, dass die Band sich weiterentwickelt hat. Weg vom Lo-Fi Garagen- und Schrammelsound des 4-Spur-Recorder Startpunktes „More Parts Per Million“, hin zu moderner produzierten Indie-Rock. Was den Unterschied zu vielen anderen Vertretern dieser Spezies jedoch ausmacht, sind die Lyrics des Sängers Hutch Harris: Fernab von inflationär oft gebrauchten Rock `N` Roll Trivialitäten und Schüttelreimen ist hier ein Texter am Werk, welcher eine nackte und unumstößliche Wahrheit in Versform zu Papier bringt. Dieser Umstand liefert eine Frische, an der es den vielen hedonistischen Bands heutzutage oft fehlt.

Bei über 100 Millionen MySpace-Music-Accounts kann man schon mal den Überblick verlieren. Deswegen tut Euch, Eurer Umwelt und der Zukunft dieses Planeten etwas Gutes und kauft das neue The Thermals Album. Denn: „The revolution begins and ends with you!“ Amen.

P. S. Gratisdownloads von Songs der neuen Platte auf der The Thermals MySpace Seite

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